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Sri Lanka: Rückblick 2005, Ausblick auf 2006
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Sri Lanka: Rückblick 2005, Ausblick auf 2006 Astrid Becker, FES Colombo, Januar 2006 In der ersten Jahreshälfte war die Bewältigung der Tsunamikatastrophe das beherrschende Thema in Sri Lanka. Die Flutwelle vom 24. Dezember 2004 verwüstete den Küstenstreifen im Süden, Osten und Norden der Insel, tötete über 35.000 Menschen und zerstörte die Lebens­grundlage von über einer halben Million Menschen. Das Katastrophenmanagement wurde von Präsidentin Kumaratunga stark zentralisiert. Für den Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten im Norden und Osten, die zu großen Teilen von der LTTE kontrolliert werden, verhandelte die Präsidentin mit den Separatisten die Ein­führung einer Post-Tsunami Operation Management Structure(P-TOMS), die eine Zusam­menarbeit beim Wiederaufbau zwischen den Konfliktparteien ermöglichen sollte. Die Imp­lementierung der P-TOMS scheiterte am Widerstand der kleinen Parteien. Eine maßgebliche Rolle spielte das Oberste Gericht bei der Festlegung des Termins für die Präsidentschaftswahlen: Präsidentin Kumaratunga hatte zu Jahresbeginn angekündigt, dass ihre Amtszeit erst 2006 enden würde, da ihr erstes Mandat aufgrund von vorgezogenen Neuwahlen ein Jahr zu früh geendet hätte. Das Oberste Gericht entschied jedoch, dass die Präsidentschaftswahlen 2006 stattfinden müssten. Sieger der Präsidentschaftswahlen war der vorherige Premierminister Mahinda Rajapakse (SLFP). Wahlentscheidend war ein Boykottaufruf der LTTE, dem die Mehrheit der Tamilen folgte. Seit den Wahlen vom 17. November hat sich die Sicherheitssituation erheblich verschlech­tert: Bei zahlreichen Attentaten auf Regierungstruppen kamen bis Jahresende zahlreiche Soldaten ums Leben. Politische Auswirkungen der Tsunami­Katastrophe Durch die Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2005 stand Sri Lanka zu Jahres­beginn im Mittelpunkt des internationalen Interesses. Die Flutwelle zerstörte weite Teile des Küstenstreifens im Süden, Osten und Norden des Inselstaates. Über 35.000 Men­schen, vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen kamen durch die Katastrophe ums Leben, über 800.000 verloren ihre Häuser und verbrachten die ersten Wochen des Jahres in Auffanglagern, die provisorisch in Schulen und Tempeln eingerichtet wur­den. Die Regierung war auf eine Katastro­phe diesen Ausmaßes nicht vorbereitet, so­dass in den ersten Tagen Chaos herrschte. Allerdings half die Bevölkerung den Betrof­fenen in beispielhafter Weise und die an­sonsten existierenden religiösen oder ethni­schen Grenzen spielten kurzfristig keine Rol­le. Präsidentin Kumaratunga, die zur Zeit der Katastrophe außer Landes war, übernahm direkt nach ihrer Rückkehr die Koordinie­rung der Hilfe. Für die Aufräumarbeiten so­wie die Wiederherstellung der Straßenver­bindungen in das Katastrophengebiet wur­de die Armee eingesetzt. Direkt nach dem Tsunami hatte die Regierung die internatio­nale Gemeinschaft um Unterstützung gebe­ten, die innerhalb weniger Tage anlief. An­fang Januar wurde ein National Operation Center eingerichtet, in dem alle großen Ge­ber vertreten waren. Besonders große Schäden richtete der Tsu­nami im Norden und Osten an, also in Ge­bieten, die bereits zuvor vom Bürgerkrieg 1