Mai 2006 Wahlen in Singapur: Status quo ante? Axel Schmidt, FES Singapur • Am 6. Mai 2006 gewann in Singapur die Regierungspartei PAP relativ geschwächt die Parlamentswahlen. Premierminister Lee Hsien Loong verschaffte sich dennoch ein solides erstes Mandat. • Die Oppositionsparteien erzielten leichte Gewinne, sind aber weiterhin mit nur zwei ordentlichen Abgeordneten im Parlament vertreten. • Premierminister Lee Hsien Loong wird sich bemühen müssen, die Generation der 20-40 Jährigen stärker für das Gesellschaftsprojekt Singapur zu gewinnen. Als am 6. Mai 2006 um 20 Uhr die Wahllokale im 4,4 Millionen Einwohner zählenden Stadtstaat Singapur schlossen, bezweifelte niemand, dass auch diesmal die seit 1965 regierende mÉçéäÉÛë=^Åíáçå= m~êíó PAP gewinnen würde. Mit Spannung wurde jedoch erwartet, in welchem Maße sie den Sieg nach Hause tragen würde. Die kleinen Oppositionsparteien hatten nämlich zum ersten Mal in der Geschichte der Republik Singapur insgesamt 47 Kandidaten für die 84 zur Wahl stehenden Parlamentssitze aufgestellt. Somit verhinderten sie, dass die PAP bereits ohne Wahlen die Parlamentsmehrheit stellen konnte. Schon in den Vormonaten kamen Spekulationen auf, dass Premierminister Lee Hsien Loong die Wahlen vorziehen werde. Bei einem kräftigen Wirtschaftswachstum von 6%, einer Arbeitslosenquote von 2,6% der niedrigsten seit 2001- und einem leichten Haushaltsüberschuss musste er die Gunst der Stunde nutzen, um sich ein robustes parlamentarisches Mandat zu sichern. Lee kam im August 2004 ins Amt, nachdem Premierminister Goh Chok Tong nach 14 Jahren die Regierungsverantwortung vorzeitig an seinen Stellvertreter und Finanzminister abtrat. Lee Hsien Loong, ältester Sohn des legendären Staatsgründers und langjährigen Regierungschefs Lee Kuan Yew (1965-1991), sollte schon früher dieses Amt übernehmen, wenn ihn nicht die Ausheilung einer langwierigen Krebserkrankung in seinen politischen Ambitionen zurückgeworfen hätte. Nach Auszählung der 1.222.941 gültigen Stimmen stellte sich angenehme Enttäuschung ein. Die Wahlen schrieben das Ergebnis von 2001 fort. Die PAP hatte nicht, wie angestrebt, alle 84 Parlamentssitze gewonnen, sondern ihre alten 82 Mandate behauptet, davon 37 ohne Wahlen, weil in den Wahlkreisen keine Gegenkandidaten angetreten waren. Die oppositionelle tçêJ âÉêë=m~êíó WP und die páåÖ~éçêÉ=aÉãçÅê~J íáÅ=^ääá~åÅÉ SDA hatten jeweils ihre Hochburgen verteidigt. Da die WP in einem heftig umkämpften Wahlkreis nur knapp der
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