Blickpunkt Großbritannien Büro London The Chandlery Office 609 50 Westminster Bridge Road GB London SE1 7QY Tel 00 44 20 77 21 87 45 Fax 00 44 20 77 21 87 46 www.feslondon.org.uk Juli 2006 GORDONS WELT Wie wird die Außenpolitik eines Premierministers Gordon Brown aussehen? David Mepham Was würde es für Großbritanniens Außenpolitik bedeuten, wenn Gordon Brown der nächste Premierminister würde? In seinen neun Jahren als Finanzminister hat er sich nur selten zu außenpolitischen Themen geäußert. Und trotz seiner jüngsten Reden über die britische Identität, Sicherheitspolitik und den Klimawandel weiß man eigentlich kaum, was Brown wirklich über die weiter reichenden globalen politischen Themen denkt. Eine gewisse Ausnahme bildet hier Afrika. Wir wissen, dass Brown sich für die Überwindung der Armut auf dem Kontinent einsetzt und dies auch durch die Bereitstellung von erheblichen zusätzlichen Mitteln unterstrichen hat. Aber selbst wenn es um Afrika geht, bleiben viele Fragen offen. Brown spricht gerne über Entwicklungshilfe, Schuldenerlass und Handel, aber wie will er mit autokratischen Regierungen und failing states umgehen? Was würde er anders machen in Darfur oder in der Demokratischen Republik __________________________________ David Mepham ist stellvertretender Direktor und Vorsitzender des internationalen Programms am Institute for Public Policy Research . Der vorliegende Aufsatz erschien im Original in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Prospect Kongo? Brown wird in diesen Fällen etwas unternehmen wollen, und zwar sichtbar, aber angesichts der Kosten und der Komplexität von Interventionen wäre er vielleicht etwas zurückhaltender als Blair. Die dringendsten außenpolitischen Herausforderungen eines Premierministers Brown lägen allerdings im Nahen Osten und in der weiteren islamischen Welt. Hier wird er auch am meisten zu lernen haben. Die USA und Großbritannien versuchen verzweifelt, die Situation im Irak zu stabilisieren, bevor sie einen Truppenabzug erwägen. Ein Premierminister Brown hätte nur extrem beschränkte Spielräume und im Grunde hätte er keine andere Wahl, als der amerikanischen Führung zu folgen. Ähnlich begrenzt wären seine Optionen in Afghanistan. Auch wenn Großbritannien dort Teil einer NATO-Stabilisierungsmission ist, sehen sich die Truppen dort gerade mit einem eskalierenden Konflikt mit den wiederauflebenden Taliban konfrontiert. Die ernüchternden Erfahrungen der Interventionen im Irak und in Afghanistan dürften Browns Haltung gegenüber dem Iran prägen. Hier könnte man sich vorstellen, dass er einen etwas anderen Ansatz verfolgen würde. Während Blair es abgelehnt hat, einen militärischen Einsatz auszuschließen, ist es nahezu undenkbar,
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Gordons Welt : wie wird die Außenpolitik eines Premierministers Gordon Brown aussehen?
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