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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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1.2 Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zurkünftigen Struktur der Lehrerbildung Hildegard Brauns Wissenschaftsrat, Köln Anlass Auf Bitte des Landes Niedersachsen hatte der Wissenschaftsrat im Januar 1999 eine Arbeits­gruppe zurkünftigen Struktur der Lehrerbil­dung eingesetzt. Der Wissenschaftsrat hielt es aus mehreren Gründen für dringlich, sich mit der Frage der Reform der Lehrerbildung einge­hend zu befassen: zu den wichtigsten zählten die für Deutschland beklagenswerten Ergebnis­se internationaler Leistungsvergleiche im Schulbereich, problematische Rekrutierungs­zyklen auf dem Lehrerarbeitsmarkt, die offen­sichtlichen strukturellen Defizite der Leh­rerausbildung und allgemeine hochschulpoliti­sche Entwicklungen. Die Empfehlungen des Wissen­schaftsrates In seiner Defizitanalyse stellt der Wissen­schaftsrat substantielle Mängel der gegenwärti­gen Lehrerausbildung fest. Er hält das her­kömmliche Strukturmodell für nicht geeignet, die nicht erst seit kurzem bestehenden Prob­leme zu lösen und den jüngeren Entwicklungen in Gesellschaft und Bildungswesen, die neue Anforderungen an die Lehrerbildung stellen, angemessen zu begegnen. Er plädiert daher für die Erprobung neuartiger Studiengangsstruktu­ren in der Lehrerausbildung und für neue insti­tutionelle Lösungen sowohl innerhalb der ein­zelnen Hochschule als auch innerhalb des Hochschulsystems. Struktur des Studiums Bei der Frage der strukturellen Gestaltung der Lehramtsstudiengänge orientiert sich der Wis­senschaftsrat an den Besonderheiten der dis­ziplinären und spezifisch pädagogischer Fach­lichkeit der Lehrerarbeit in den verschiedenen Schularten bzw.-stufen. Er empfiehlt in Übereinstimmung mit den international vorherrschenden Organisations­prinzipien für die Ausbildung von Lehrern an Realschulen und Gymnasien eine konsekutive Studiengangskonzeption, die sich in zwei Aus­bildungsabschnitte gliedert: 1.) ein fachspezifisch dominiertes Studium in zwei Fächern, das innerhalb von drei Jah­ren zum Bachelor-Grad führt, wobei eine erste berufsfeldbreite Orientierung an Ver­mittlungskompetenzen erfolgen kann, und 2.) die zweijährige Masterphase als eigentliche lehramtsspezifische Ausbildung, die ihren Schwerpunkt auf erziehungswissenschaftli­chen und fachdidaktischen Studienanteilen, verbunden mit schulpraktischen Studien, setzt. Für Studierende des Lehramtes an allgemeinbildenden Gymnasien sollte eine der beiden Fachdisziplinen bis zu einem dem Master-Abschluss vergleichbaren Ni­veau weitergeführt werden. Für die Ausbildung von Grund- und Haupt­schullehrern hält der Wissenschaftsrat eine integrierte Studiengangsstruktur mit dem Ab­schluss des Bachelors für sachgerecht. In der Grund- und Hauptschule gilt das Fachlehrer­prinzip nur begrenzt. Zwar ist eine solide fach­liche Wissensbasis auch für die Wissensvermitt­lung in der Grundschule und der Hauptschule unverzichtbar. Sie setzt jedoch eine jeweils ei-