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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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1.3 Anfrage an die Begabungsforschung und Herausforderung für die Begabtenförderung Christian Fischer Internationales Centrum für Begabungsforschung(ICBF), Münster 1. Einleitung Die Frage der Zukunftsfähigkeit des deutschen Schulsystems ist eine gesellschaftliche Problem­stellung, die angesichts der Lernresultate deut­scher Schüler im internationalen Vergleich, wie sie etwa durch die TIMSS-Studie(Baumert& Bos& Lehmann, 2000) aber auch in der PISA­Studie(Baumert et al, 2001) belegt wurden, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im Hin­blick auf die spezielle Situation besonders be­gabter Kinder in der Schule, beschäftigt sich verstärkt auch die Begabungsforschung mit dieser Frage insbesondere in bezug auf eine angemessene schulische Begabtenförderung. Ausgangspunkt hierfür ist nicht zuletzt die oftmals festgestellte Differenz zwischen Hoch­begabung und Hochleistung vor allem bei be­gabten Underachievern, d.h. Kindern mit nega­tiven Diskrepanzen zwischen ihren kognitiven Begabungen und den schulischen Leistungen (Rost, 2000). Der Anteil dieser Kinder wird von verschiede­nen Studien auf 15% bis 50% geschätzt. Dabei werden für diese Diskrepanzen u.a. auch schu­lische Faktoren verantwortlich gemacht. Diese Differenzen führen häufig zu der Forderung, adäquate Lehr-Lernbedingungen für besonders begabte Schüler innerhalb eines begabungsför­dernden Unterrichts zu schaffen. Diese Feststellung ist nicht neu, wie der deut­sche Psychologe Stern bereits im Jahre 1916(S. 110) schrieb, dassBegabungen(...) immer Möglichkeiten zur Leistung(sind), unumgäng­liche Vorbedingungen, sie(...) jedoch nicht Leis­tung selbst(bedeuten). Zugleich forderte Stern (1916, S. 109), dass für die 2% Höchstbegabten und die 10% Hochbegabten in den Volksschu­lenerweiterte Ausbildungsgelegenheiten geschaffen werden müssen. So stellt Mönks auf der Fachtagung des Forum Bildung im März 2001(S. 326) fest, dassbei einer jährlichen Geburtenrate von etwa 800.000 Kinder in Deutschland(...) jedes Jahr 80.000 Kinder gebo­ren werden, die mehr Leistung erbringen könn­ten und zufriedener in der Schule wären, wenn das Unterrichtsprogramm auch für überdurch­schnittlich Lernende geeignet wäre. Auch wenn das deutsche Schulsystem bereits(erste) Ansätze einer Begabtenförderung(Holling& Vock& Preckel, 2001) realisiert, so darf nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse der aktuellen Studien bezweifelt werden, dass die Förderbe­dürfnisse der Gruppe der hochbegabten Kinder in der Schule hinreichend Berücksichtigung finden. 2. Erkenntnisse aus der Begabungsforschung Die Bedeutung der schulischen Begabtenförde­rung wird in den aktuellen Hochbegabungs­modellen hervorgehoben, vor allem in Bezug auf die Transformation von Hochbegabung (d.h. Kompetenz) in Hochleistung(d.h. Perfor­manz). Die Modelle heben diejenigen Faktoren hervor, die für die Umsetzung von Begabung in Leistung bedeutsam sind und benennen damit nicht nur Voraussetzungen von Hochleistun­gen, sondern erklären auch Ursachen von Min­derleistungen. Im"Münchener Hochbega­bungsmodell" von Heller(2000, S. 24) werden diese Faktoren als Moderatoren bezeichnet, während diese im"Differenzierten Begabungs­und Talentmodell" von Gagné(2000, S. 69) als Katalysatoren ausgewiesen sind. Bei diesen Moderatoren bzw. Katalysatoren wird in bei­den Modellen zwischen im Kind liegenden Faktoren und von der Umwelt ausgehenden