Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb Faktoren unterschieden. Zwischen den Faktoren kann es deutliche Wechselwirkungen geben, wobei der adäquaten Förderung besonders begabter Kinder im schulischen Kontext eine zentrale Rolle zukommt. Im"Münchener Hochbegabungsmodell"(Heller, 2000) werden die Moderatoren als nichtkognitive Persönlichkeitsmerkmale sowie Umweltmerkmale bezeichnet(vgl. Abb. 1). Zu den nichtkognitiven Persönlichkeitsmerkmalen gehören u.a. die Leistungsmotivation sowie Arbeits-/Lernstrategien. Die Relevanz der Leistungsmotivation ergibt sich beispielsweise aus dem`Schwierigkeitsgesetz der Motivation´. Demnach zeigen Kinder die höchste Anstrengungsbereitschaft bei Anforderungen mit einem`mittleren´ Schwierigkeitsgrad, gemäß ihres jeweiligen Begabungspotentials(Meyer, 1984). Daher kann die Leistungsmotivation nicht nur durch Überforderung, sondern vor allem bei hochbegabten Kindern auch durch Unterforderung gehemmt werden. Die Bedeutung von Arbeits-/Lernstrategien ergibt sich vor allem aus dem Begabungsselbstkonzept vieler hochbegabter Kinder mit der Abbildung 1: Das Münchener Hochbegabungsmodell Erwartung, gleichermaßen sämtliche Begabungen ohne Anstrengungen entfalten zu können. In Folge können bei einer mangelnden Vermittlung entsprechender Arbeits-/Lernstrategien auch für begabte Kinder Leistungsschwierigkeiten besonders in den lernintensiven Sprachen spätestens ab der Mittelstufe entstehen(Feger, 2000). Mit diesen Persönlichkeitsmerkmalen ist gleichzeitig eine enge Verbindung zu den Umweltmerkmalen gegeben, besonders mit der Instruktionsqualität innerhalb der schulischen Lernumwelt. Dabei zeigt sich die Notwendigkeit die unterrichtlichen Anforderungen um herausfordernde Angebote und die Vermittlung effektiver Lernstrategien für hochbegabte Kinder zu erweitern. Nach Sternberg(1990) verfügen Schüler und Lehrer jeweils über Lernstil- und Lehrstilpräferenzen, d.h. bevorzugte Arten des Lernens und Lehrens. Leistungsschwierigkeiten entstehen insbesondere, wenn eine mangelnde Passung zwischen dem Lernstil des Kindes und dem Lehrstil des Lehrers gegeben ist. Stressbewältigung Leistungsmotivation Ar beit s- /Lernstr ategien (Prüfungs-) Angst Kontrollüberzeugungen Intellektuelle Fähigkeiten Kreative Fähigkeiten Soziale Kompetenz Praktische Intelligenz Künstlerische Fähigkeiten Musikalität Psychomotorik Begabungsfaktor en (Prädiktoren) Nichtkogn. Persönlichkeitsmerkmale (Moderatoren) Umweltmerkmale (Moderatoren) Leistungsbereiche (Kriterien) Mathematik Naturwissenschaften Technik Informatik, Schach Kunst(Musik, Malen) Sprachen Sport Soziale Beziehungen Familiäre Lernumwelt Familienklima Instruktionsqualität Klassenklima Krit. Lebensereignisse Quelle: Heller 2000 17
Druckschrift
Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten