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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb Faktoren unterschieden. Zwischen den Fakto­ren kann es deutliche Wechselwirkungen ge­ben, wobei der adäquaten Förderung besonders begabter Kinder im schulischen Kontext eine zentrale Rolle zukommt. Im"Münchener Hochbegabungsmodell"(Hel­ler, 2000) werden die Moderatoren als nicht­kognitive Persönlichkeitsmerkmale sowie Um­weltmerkmale bezeichnet(vgl. Abb. 1). Zu den nichtkognitiven Persönlichkeitsmerkmalen ge­hören u.a. die Leistungsmotivation sowie Ar­beits-/Lernstrategien. Die Relevanz der Leis­tungsmotivation ergibt sich beispielsweise aus dem`Schwierigkeitsgesetz der Motivation´. Demnach zeigen Kinder die höchste Anstren­gungsbereitschaft bei Anforderungen mit ei­nem`mittleren´ Schwierigkeitsgrad, gemäß ihres jeweiligen Begabungspotentials(Meyer, 1984). Daher kann die Leistungsmotivation nicht nur durch Überforderung, sondern vor allem bei hochbegabten Kindern auch durch Unterforderung gehemmt werden. Die Bedeutung von Arbeits-/Lernstrategien ergibt sich vor allem aus dem Begabungsselbst­konzept vieler hochbegabter Kinder mit der Abbildung 1: Das Münchener Hochbegabungsmodell Erwartung, gleichermaßen sämtliche Begabun­gen ohne Anstrengungen entfalten zu können. In Folge können bei einer mangelnden Vermitt­lung entsprechender Arbeits-/Lernstrategien auch für begabte Kinder Leistungsschwierigkei­ten besonders in den lernintensiven Sprachen spätestens ab der Mittelstufe entstehen(Feger, 2000). Mit diesen Persönlichkeitsmerkmalen ist gleichzeitig eine enge Verbindung zu den Um­weltmerkmalen gegeben, besonders mit der Instruktionsqualität innerhalb der schulischen Lernumwelt. Dabei zeigt sich die Notwendigkeit die unter­richtlichen Anforderungen um herausfordern­de Angebote und die Vermittlung effektiver Lernstrategien für hochbegabte Kinder zu er­weitern. Nach Sternberg(1990) verfügen Schü­ler und Lehrer jeweils über Lernstil- und Lehr­stilpräferenzen, d.h. bevorzugte Arten des Ler­nens und Lehrens. Leistungsschwierigkeiten entstehen insbesondere, wenn eine mangelnde Passung zwischen dem Lernstil des Kindes und dem Lehrstil des Lehrers gegeben ist. Stress­bewältigung Leistungs­motivation Ar beit s- /Lern­str ategien (Prüfungs-) Angst Kontrollüber­zeugungen Intellektuelle Fähigkeiten Kreative Fähigkeiten Soziale Kompetenz Praktische Intelligenz Künstlerische Fähigkeiten Musikalität Psycho­motorik Begabungs­faktor en (Prädik­toren) Nicht­kogn. Per­sönlichkeits­merkmale (Moderato­ren) Umwelt­merkmale (Modera­toren) Leistungs­bereiche (Kriterien) Mathematik Naturwissen­schaften Technik Informatik, Schach Kunst(Musik, Malen) Sprachen Sport Soziale Beziehungen Familiäre Lernumwelt Familien­klima Instruktions­qualität Klassen­klima Krit. Lebens­ereignisse Quelle: Heller 2000 17