Druckschrift 
Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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Berliner Forum Wissenschaft und Innovation Sitz in Münster gegründet. Ziel ist die Bünde­lung und Ergänzung der Erfahrungen und Kompetenzen beider Hochschulen auf den Gebieten Begabungsforschung und Lehrerfort­bildung(Schwerpunkt Nijmegen) sowie Leh­rerausbildung und Begabungsförderung (Schwerpunkt Münster). Am Beispiel der drei eng verknüpften ICBF-Arbeitsschwerpunkte Begabungsforschung, Begabungsförderung so­wie Aus- und Weiterbildung werden konkrete Aufgabenbereiche für einen begabungsför­dernden Unterricht, von dem das Schulsystem insgesamt profitiert, skizziert. Im Bereich der Begabungsforschung werden in interdisziplinären Untersuchungen zunächst die Denk- und Lernprozesse hochbegabter Kinder näher erforscht. Ein besseres Verständ­nis dieser speziellen Denkstrukturen und ­strategien ist Voraussetzung für die Entwick­lung angemessener Diagnose- und Förderange­bote für besonders begabte Kinder im schuli­schen Kontext. Auf Grundlage der besonderen Denk- und Lernstile dieser Kinder wird dann eine prozessorientierte Förderdiagnostik für den schulischen Einsatz entwickelt und erprobt. Dies soll Lehrerinnen und Lehrer zunehmend befähigen, die besonderen Entwicklungs- und Förderbedürfnisse besonders begabter Kinder im Unterricht zu erkennen. Auf Basis dieser speziellen Bedürfnisse der Kinder werden des weiteren allgemein- und fachdidaktische An­sätze sowie herausfordernde Aufgabenformate für einen begabungsfördernden Unterricht entwickelt und erprobt. Ein derartiger fördern­der und herausfordernder Unterricht in den verschiedenen Fächern kommt dabei nicht nur hochbegabten Kindern, sondern gleichermaßen normalbegabten Schülerinnen und Schülern entgegen. Auf dem Gebiet der Begabungsförderung werden hochbegabte Kinder, deren Eltern und Lehrer nach dem`Nijmegener Modell´ förderdiagnos­tisch beraten. Dieses an der Universität Nijme­gen entwickelte Modell der Förderdiagnostik fokussiert dabei das Begabungsprofil von Stär­ken und Schwierigkeiten, wodurch gezielte Forder- und Fördermaßnahmen vor allem im schulischen Kontext ermöglicht werden. Bei einem allgemeinen Förderbedarf im Bereich der Arbeits-/Lernstrategien werden besonders begabte Kinder gemäß ihrer speziellen Lern­und Denkstrukturen förderdiagnostisch unter­stützt. Im Projekt`Lernstrategien für hochbe­gabte Kinder´ erfolgt die Strategievermittlung gebunden an die individuellen Begabungsres­sourcen und Förderbedürfnisse in konkreten 20 Fachgebieten. Bei einem speziellen Förderbe­darf auf dem Gebiet der Lese-/Rechtschreib­strategien werden begabte Kinder mit entspre­chenden Lernschwierigkeiten ebenfalls förder­diagnostisch unterstützt. In dem Projekt`Le­gaOptima ® für begabte Kinder mit LRS´ wer­den Lese-/Rechtschreibstrategien auf Basis der jeweiligen Lern- und Denkstile sowie der Schriftsprachstruktur vermittelt. Im Rahmen der Aus- und Weiterbildung werden entsprechende Konzepte zur Begabtenförde­rung mit den Resultaten der Begabungsfor­schung weiterentwickelt. Speziell in der Leh­rerbildung bieten derartige Vernetzungen von Forschung und Förderung die Möglichkeit besondere Handlungskompetenzen in den re­levanten Praxisfeldern zu erlangen. Konkret werden praxisorientierte Ausbildungsveran­staltungen zur Begabungsförderung, vor allem für Lehramtsstudierende, durchgeführt. Im Projekt`Uni für Kinder´ werden etwa kleine Gruppen mathematisch oder naturwissen­schaftlich besonders begabter und interessierter Kinder mit herausfordernden Aufgabenforma­ten konfrontiert, während Studierende die Lö­sungsprozesse dokumentieren und erforschen. Daneben werden Weiterbildungsseminare zur Begabtenförderung vor allem für Lehrerinnen und Lehrer realisiert. Im Zusatzstudiengang zum Diplom"Specialist in Gifted Education" werden Lehrkräfte vor allem in den Möglichkeiten des Erkennens und des Förderns hochbegabter Kinder geschult. Dieser Studiengang wurde an der Universität Nijmegen in Kooperation mit demEuropean Council for High Ability(ECHA) entwickelt. Dadurch können Lehrkräfte als Multiplikatoren für einen begabungsfördernden und damit verbesserten Unterricht fungieren, wodurch wichtige Reformen für die Zukunft des deut­schen Schulsystems insgesamt eingeleitet wer­den können.