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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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Berliner Forum Wissenschaft und Innovation sich zugleich auch für die Zukunft des Beschäf­tigungssystems als Vergeudung von Potentia­len, die eigentlich dringend benötigt werden, dar. Zukünftige Schulpolitik wird sich daher soll das Land insgesamt gesellschaftlich und öko­nomisch zukunftsfähig bleiben- mit besonde­rem Nachdruck der Aufgabe zuwenden müs­sen, die Leistungsfähigkeit des unteren Viertels in der Leistungshierarchie der Schülerinnen und Schüler besonders zu fördern. Dabei wer­den die deutschen Schulen allerdings an ihre strukturell vorgegebenen Systemgrenzen sto­ßen: Die durch das gegliederte deutsche Schul­system herbeigeführte frühe Separierung und die damit verbundene Homogenisierung verur­sachen bei den Leistungsschwächeren ein Aus­bremsen der Leistungsfähigkeit, also eine Ver­geudung von Entwicklungspotentialen. So heißt es im internationalen PISA-Bericht:In dem Maße, wie die Verteilung der Schüler auf verschiedene Schultypen oder –zweige mit dem sozioökonomischen Hintergrund der Schüler verknüpft ist, besteht in solchen Systemen die Möglichkeit, dass Schüler aus sozial benachtei­ligten Milieus ihr Potential nicht voll ausschöp­fen können.(OECD 2001, S. 240). Noch ein­dringlicher liest sich der entsprechende Ver­weis auf frühe Separierung und Leistungsent­wicklung im deutschen PISA-Bericht. Mit Blick auf den Ertrag des Mathematikunterrichts for­mulieren die PISA-Autoren:Auch bei gleichen kognitiven Grundfähigkeiten und identischem sozioökonomischem Status ist die Leistung eines Gymnasiasten um 49 Punkte höher als die Leistung eines Hauptschülers.(Deutsches PISA-Konsortium 2001, S. 182). Dieser Unter­schied ist etwas größer als der der Durch­schnittswerte von Finnland(536) und Deutsch­land(490). Die differentiellen Lernmilieus der unterschied­lichen Schultypen tragen dazu bei, dass sich die Schülerleistungen in den unteren Etagen der Schultypenhierarchie nicht so entwickeln kön­nen, wie es vom Leistungspotential zumindest eines Teils der Schülerinnen und Schüler dort möglich wäre. Schulpolitik, so die abschließen­de These, die strukturelle und organisatorische Fragen des Schulsystems aus den Reformüber­legungen ausklammert, wird sich viel einfallen lassen müssen, um die strukturell mit verantworteten Probleme, die die PISA­Untersuchung jetzt offen gelegt hat, anders als strukturell zu lösen. Literatur: Deutsches PISA-Konsortium(Hrsg.): PISA 2000 Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich. Opladen 2001. Maier, Harry: Bildungsökonomie. Die Interde­pendenz von Bildungs- und Beschäftigungssys­tem. Stuttgart 1994. OECD: Lernen für das Leben Erste Ergebnisse von PISA 2000. Paris 2001. Schüssler, Reinhard u.a.: Quantitative Projekti­on des Qualifikationsbedarfs bis 2010. Nürn­berg 1999(Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Be­rufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit Heft 221). Weidig, Inge/ Hofer, Peter/ Wolff, Heimfrid: Arbeitslandschaft 2010 nach Tätigkeiten und Tätigkeitsniveau. Nürnberg 1999(Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bun­desanstalt für Arbeit Heft 227). 24