Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb turen in der Region einstellen, müssen gleichermaßen Marketing wie Kundenpflege betreiben, wenn sie tatsächlich Einnahmen aus Bildungs-, Beratungs- und Serviceleistungen erwirtschaften wollen. Diese Veränderungen sind ohne umfassende Personal- und Organisationsentwicklungsprozesse in den Berufsschulen nicht zu bewältigen. Der notwendige Wechsel im Rollenverständnis von der Berufsschule zum Bildungsdienstleister verspricht letztlich nur Erfolg, wenn die Kompetenz der Lehrer, die Professionalität des Schulmanagements und die Flexibilität der Institution„Berufsschule“ den zukünftig geforderten Kooperations- und Wettbewerbsstrukturen gewachsen sind. Vorstellbar ist darüber hinaus, dass sich über die Auflockerung des öffentlichen Dienstrechts sogenannte„Berufsschuldozenturen“ entwickeln, die den Schulen Möglichkeiten eröffnen, neben den auf herkömmlichem Weg rekrutierten Lehrern, Experten aus Wissenschaft und Praxis für bestimmte berufsbildende Inhalte einzusetzen. Auch über diese Innovation kann sich ein stärkerer Dialog zwischen regionalen Unternehmen und berufsbildenden Schulen entwickeln, da vermutlich viele Dozenten auch in die Weiterbildungsaktivitäten der Unternehmen eingebunden sind. gesetz ausdrücklich verankert und ähnliche Regelungen sehen auch die Schulgesetze in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vor. Die potentiellen Vorteile einer solchen regionalen Vernetzung sind sowohl in einer Optimierung des Aus- und Weiterbildungsangebots als auch in einer besseren Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und Kapazitäten zu sehen. Ein ausreichend vernetztes Angebot unterschiedlicher Bildungsanbieter, das ebenso unterschiedliche Ebenen wie Niveaus umfasst, kann beim Übergang zur Wissensgesellschaft zu einem entscheiden Standortfaktor werden. 5. Fazit Der rasche Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft erfordert von Beschäftigten und Unternehmen neue Qualifikationen, die insbesondere über eine Pluralität der Lernorte, Kompetenzzuwächse der Bildungseinrichtungen sowie den Wissens- und Innovationstransfer von Bildungseinrichtungen gesichert werden müssen. In der beruflichen Bildung sind als neue Organisationsmodelle Bildungsnetzwerke unterschiedlicher Partner erforderlich, in denen Betriebe, Schulen, überbetriebliche Ausbildungsstätten, Fachhochschulen und Hochschulen gleichermaßen Aufgaben der Aus- und Weiterbildung übernehmen. Ansätze für die Entwicklung beruflicher Schulen zu Kompetenzzentren finden sich in einzelnen rechtlichen Regelungen. Im Schulgesetz des Landes Bremen werden die Schulen z. B. aufgefordert, eine zukunftsträchtige Profilierung als regionale Berufsbildungszentren in Zusammenarbeit mit den Betrieben und anerkannten kommunalen Einrichtungen der Weiterbildung zu entwickeln. Hamburg hat die Kooperation der Lernorte im Bereich der Weiterbildung im Schul35
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
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