Druckschrift 
Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb turen in der Region einstellen, müssen glei­chermaßen Marketing wie Kundenpflege be­treiben, wenn sie tatsächlich Einnahmen aus Bildungs-, Beratungs- und Serviceleistungen erwirtschaften wollen. Diese Veränderungen sind ohne umfassende Personal- und Organisationsentwicklungspro­zesse in den Berufsschulen nicht zu bewältigen. Der notwendige Wechsel im Rollenverständnis von der Berufsschule zum Bildungsdienstleister verspricht letztlich nur Erfolg, wenn die Kom­petenz der Lehrer, die Professionalität des Schulmanagements und die Flexibilität der InstitutionBerufsschule den zukünftig gefor­derten Kooperations- und Wettbewerbsstruktu­ren gewachsen sind. Vorstellbar ist darüber hinaus, dass sich über die Auflockerung des öffentlichen Dienstrechts sogenannteBerufs­schuldozenturen entwickeln, die den Schulen Möglichkeiten eröffnen, neben den auf her­kömmlichem Weg rekrutierten Lehrern, Exper­ten aus Wissenschaft und Praxis für bestimmte berufsbildende Inhalte einzusetzen. Auch über diese Innovation kann sich ein stärkerer Dialog zwischen regionalen Unternehmen und berufs­bildenden Schulen entwickeln, da vermutlich viele Dozenten auch in die Weiterbildungsakti­vitäten der Unternehmen eingebunden sind. gesetz ausdrücklich verankert und ähnliche Regelungen sehen auch die Schulgesetze in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vor. Die potentiellen Vorteile einer solchen regiona­len Vernetzung sind sowohl in einer Optimie­rung des Aus- und Weiterbildungsangebots als auch in einer besseren Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und Kapazi­täten zu sehen. Ein ausreichend vernetztes An­gebot unterschiedlicher Bildungsanbieter, das ebenso unterschiedliche Ebenen wie Niveaus umfasst, kann beim Übergang zur Wissensge­sellschaft zu einem entscheiden Standortfaktor werden. 5. Fazit Der rasche Wandel in Wirtschaft und Gesell­schaft erfordert von Beschäftigten und Unter­nehmen neue Qualifikationen, die insbesondere über eine Pluralität der Lernorte, Kompetenz­zuwächse der Bildungseinrichtungen sowie den Wissens- und Innovationstransfer von Bil­dungseinrichtungen gesichert werden müssen. In der beruflichen Bildung sind als neue Orga­nisationsmodelle Bildungsnetzwerke unter­schiedlicher Partner erforderlich, in denen Be­triebe, Schulen, überbetriebliche Ausbildungs­stätten, Fachhochschulen und Hochschulen gleichermaßen Aufgaben der Aus- und Weiter­bildung übernehmen. Ansätze für die Entwick­lung beruflicher Schulen zu Kompetenzzentren finden sich in einzelnen rechtlichen Regelun­gen. Im Schulgesetz des Landes Bremen wer­den die Schulen z. B. aufgefordert, eine zu­kunftsträchtige Profilierung als regionale Be­rufsbildungszentren in Zusammenarbeit mit den Betrieben und anerkannten kommunalen Einrichtungen der Weiterbildung zu entwi­ckeln. Hamburg hat die Kooperation der Ler­norte im Bereich der Weiterbildung im Schul­35