2.2 Strukturreformen und ‚Kunden’orientierung an deutschen Hochschulen Klaus Henning RWTH Aachen These 1: Deutschland hat im Bildungsbereich die Zeichen der Zeit erkannt • Obwohl die deutsche Hochschule bekanntermaßen qualitativ hochwertige„Produkte“ liefert und immer geliefert hat, hieß es Ende der 90er Jahre:„Deutschland ist für den globalen Bildungsmarkt nicht gerüstet“. • Tatsächlich haben sich viele Hochschulen in Einzelinitiativen„ihren“ deutschen und internationalen Bildungsmarkt bereits erschlossen und brauchen nicht über mangelnde Nachfrage zu klagen. • Die Unterzeichnung der Bologna Erklärung vom 19.06.1999, die von Vertretern von 29 Staaten getragen wurde, stellt einen Wendepunkt in der europäischen und damit auch der deutschen Bildungspolitik dar. Sie legte die Grundlage für die Kompatibilität der Studiengänge und damit zur Mobilität der Studierenden. • Durch die an vielen Hochschulen neu eingeführten konsekutiven Studienprogramme Bachelor und Master wird nicht nur ein Beitrag für die Hochschullandschaft, sondern auch für die Wirtschaft durch die Bereitstellung junger Berufsanfänger nach dem Bachelordiplom geleistet. Dadurch werden die erfolgreichen bestehenden Studiengänge auf Master of Science Niveau, insbesondere die Ausbildungen zu Diplomingenieuren, in sinnvoller Weise ergänzt. These 2: Deutsche Hochschulen werden international wettbewerbsfähiger, aber nicht alle... • Acht im Benchmarking Club Technischer Universitäten vertretene Hochschulen haben die Wettbewerbsfähigkeit bewiesen (RWTH Aachen, TU Berlin, TU Darmstadt, Universität Dortmund, TU Dresden, TU Hamburg-Harburg, Universität Kaiserslautern, Universität Stuttgart). • Der Ausländeranteil steigt- er liegt bei den Club-Universitäten bei ca. 15%. Damit sind sie dem Ziel der Bundesregierung, die Zahl der ausländischen Studierenden um 50% zu steigern, ein gutes Stück näher gekommen. • Die BMC(Benchmarking Club)-Universitäten haben seit 1998 insgesamt 98 neue Studiengänge mit den internationalen Abschlüssen Bachelor und Master eingerichtet. Deutschlandweit gibt es inzwischen über 1.000 dieser Studiengänge. • Die acht Universitäten haben sich für das europäische Kreditpunktesystem ECTS entschieden, mit dem eine verbesserte internationale Mobilität der Studierenden erreicht werden kann. • Die Akkreditierung neuer Studiengänge läuft in Deutschland auf Hochtouren. So hat allein die ASII(Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften und der Informatik e. V.) seit dem Start ihrer Umsetzungsaktivitäten in den ersten 6 Monaten seit Juni 2001 zehn Studiengänge akkreditiert. Die Planungen für 2002 belaufen sich auf bis zu 80 weitere
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
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