Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb Studiengänge, wobei die Anträge für ca. 50 Studiengänge bereits vorliegen. Kooperationsvereinbarungen über die Anerkennung zwischen Frankreich und Deutschland sowie USA und Deutschland stehen kurz vor dem Abschluss. • Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulen erfordert eine durchgreifende Reform ihrer Strukturen. Dazu ist eine weitgehende Privatisierung des Hochschulsystems anzustreben, in dem die Länder bzw. der Bund die staatliche Aufsicht über die Qualität der Ausbildung ausübt, nicht aber die Strukturen steuert. These 3: Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hochschulen verlangt Strukturreformen • Für eine Strukturreform kann privates Kapital aus dem In- und Ausland gewonnen werden, wie es sich z. T. schon in publicprivate-partnership Initiativen an vielen Hochschulstandorten zeigt. • Dabei muss die Industrie als strategischer Investitionspartner vor allem für investive Maßnahmen verstärkt gewonnen werden. Hierzu müssen möglichst umgehend die Liegenschaften der Hochschulen in die Verfügungsgewalt der Hochschulen überführt werden, um einen wirtschaftlichen Umgang mit der Infrastruktur zu ermöglichen und verstärkt privates Kapital akquirieren zu können. Dabei sollten nicht halbherzige Schritte unternommen werden, wie z. B. die Überführung der Universitätskliniken in Anstalten des öffentlichen Rechts. Solche Schritte können allenfalls eine Zwischenstufe auf dem Weg zu nach privatwirtschaftlichen organisierten Organisationsformen sein(z. B. Aktiengesellschaften, Stiftungen). • Auch Fakultäten und Fachbereiche können schrittweise in partnerschaftliche Strukturen zwischen öffentlicher Hand und privatwirtschaftlichen Initiatoren umgewandelt werden, um damit marktgerechter in Lehre und Forschung agieren zu können. • Das Erfolgsmodell„Deutschland“, das aus der strukturellen Kopplung von Lehre und Forschung besteht, darf dabei nicht in Frage gestellt werden, weil sonst im internationalen Vergleich ein im Ausland anerkanntes und nachgefragtes Alleinstellungsmerkmal verloren geht. • Die Globalbudgets müssen konsequent umgesetzt werden. Stellenhaushalte müssen – inklusive der Professorengehälter – in Globalbudgets umgewandelt werden, die die Hochschulleitungen zu verantworten haben. • Die Entscheidungsträger in den Hochschulen müssen ihren Aufgaben entsprechend bezahlt werden. Erste Schritte hierzu werden z. Zt. in den Universitätskliniken als Anstalten des öffentlichen Rechts umgesetzt. • Die Stärken des deutschen Hochschulsystems als Alleinstellungsmerkmale müssen im Hochschulmarketing vor allem im internationalen Bereich stärker herausgearbeitet werden, so z. B. die international geschätzte Qualität der Ausbildung in den Ingenieurwissenschaften. • Die studienbegleitete Berufstätigkeit der Mehrheit der Studierenden – in den Ingenieurwissenschaften sind es nach dem Vordiplom an den Universitäten über 90% - ist im internationalen Vergleich ein Wettbewerbsvorteil. Ausbildung in Deutschland liefert damit parallel zum Studium berufspraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten und zeichnet sich – wie im Bereich der Berufsbildung – durch das duale Prinzip aus. • Gerade in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fachbereichen gehört Deutschland zu den wichtigsten Entsendeländern für die Vereinigten Staaten. Mit der geplanten Dienstrechtsreform werden seit langer Zeit fällige Veränderungen in der Hochschullandschaft vorgenommen. Dabei muss in den W-Tarifen die Gehaltshoheit in die Regie der Hochschulleitungen gelegt werden. Kombinationen der Gehaltsstrukturen mit privatwirtschaftlichen Aktivitäten müssen gefördert und nicht verhindert werden. Die Einführung von Juniorprofessuren bietet für Postdoktoranden in vielen – aber nicht allen – Disziplinen einen großen Anreiz zum Verbleib in Deutschland. • Das vorhandene Potenzial der deutschen Hochschulen im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe muss besser vermarktet werden. Dazu ist z. B. der internationale Verbund IDEA-League der ETH Zürich, der RWTH Aachen, des Imperial 37
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
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