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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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Berliner Forum Wissenschaft und Innovation len, den Absolventen gute Berufschancen in Aussicht stellen und möglichst zu einer deut­lich wahrnehmbaren Profilierung der Hoch­schule führen. Kurz: Die meisten Hochschulen sehen bisher den Wettbewerb nur als Wettbe­werb um Studienanfänger und Finanzmittel an. Erst langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass sich der Wettbewerb auch um ausländi­sche Studierende und Wissenschaftler lohnt. Sie können maßgeblich an einer hochschulinternen Qualitätsverbesserung mitwirken, durch Stu­diengebühren die Finanzsituation der Hoch­schulen verbessern und langfristig zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der deut­schen Wirtschaft beitragen. Der DAAD erwar­tet denn auch durch die internationaleEin­werbung wissenschaftlicher Qualität eine all­gemeine Steigerung des Forschungs- und Lehr­niveaus, durch die Rückkehr der Studierenden in ihre Heimatländer den Aufbau ‚wirtschaft­lich relevanter Partnerschaften für die deutsche Exportwirtschaft und generell die Stärkung der politischen Verbindungen zu den Heimatlän­dern, beispielsweise zu osteuropäischen Staaten oder zu Schwellenländern. Aus diesen ökonomischen und politischen Ziel­setzungen leiten sich unmittelbar die Fächer ab, die für ausländische Bewerber besonders att­raktiv sein sollten. Denn insbesondere aus den Absolventen der Wirtschafts- und Rechtswis­senschaften, der Naturwissenschaften und des Ingenieurwesens rekrutiert sich die gesell­schaftliche, wissenschaftliche, wirtschaftliche und politische Führung der meisten Länder. These 2: Durch die Ausbildung von hochquali­fizierten ausländischen Studienbe­werbern wird die wirtschaftliche und politische Position der Bundesrepu­blik Deutschland international ge­stärkt. Deshalb müssen vorrangig die Studienfächer international ausge­baut werden, in denen traditionell der politische und wirtschaftliche Führungsnachwuchs ausgebildet wird. Attraktiv und wettbewerbsfähig werden diese Studiengänge zunächst durch eine hohe Ange­botsqualität und ein klares unverwechselbares Forschungs- und Lehrprofil. Das sind die wich­42 tigsten Voraussetzungen für eine saubere Ab­grenzung gegenüber Alternativmodellen und die Entwicklung eines starken Images, das auch international erfolgreich vermarktet werden kann. Für ausländische Studierende und Wissen­schaftler sind dabei nicht einmal besondere Anstrengungen notwendig, weil sich das deut­sche Studienangebot ohnehin an den Anforde­rungen eines globalisierten Wirtschaftssystems ausrichten muss. Englischsprachige Veranstal­tungsangebote werden künftig genauso selbst­verständlich sein wie international anerkannte Abschlüsse, weltweit etablierte Qualitätssiche­rungsverfahren und die gegenseitige Anerken­nung von Studienleistungen. These 3: Viele deutsche Studiengänge genie­ßen weltweit einen hervorragenden Ruf. Durch eine zwanghafte Anpas­sung an internationale Standards, beispielsweise durch die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüs­sen, wird ihre internationale Wett­bewerbsfähigkeit jedoch eher ge­schwächt. Gerade eine bewusste und offensiv vermarktete Abgrenzung mit Erhalt und Ausbau der bisherigen Stärken ist ein wichtiger Erfolgsfak­tor. Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist es nicht zwingend notwendig, angelsächsische Studienabschlüsse wie Bachelor, Master etc. zu übernehmen. Denn noch immer genießen bei­spielsweise die deutschen Diplomabschlüsse in den Ingenieurstudiengängen und in den na­turwissenschaftlichen Fächern Weltruf. Hier zahlt sich die enge Verzahnung von universitä­rer Lehre und international ausgerichteter For­schung(DFG, Fraunhofer Gesellschaft, Max Planck Gesellschaft) aus. Es wäre gerade unter Marketinggesichtspunkten fatal, wenn das her­vorragende Image und Profil dieser Studienab­schlüsse durch die Einführung von Bachelor­und Masterabschlüssen verwässert würde. Auch die Diplomabschlüsse in den Geistes- und Sozialwissenschaften stellen vielfach hohe fach­liche Anforderungen und genießen meist ein höheres Ansehen als die international verbreite­ten Bachelor- und Masterabschlüsse. Die Ab­solventen aus diesen Studienfächern sind aber