Berliner Forum Wissenschaft und Innovation len, den Absolventen gute Berufschancen in Aussicht stellen und möglichst zu einer deutlich wahrnehmbaren Profilierung der Hochschule führen. Kurz: Die meisten Hochschulen sehen bisher den Wettbewerb nur als Wettbewerb um Studienanfänger und Finanzmittel an. Erst langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass sich der Wettbewerb auch um ausländische Studierende und Wissenschaftler lohnt. Sie können maßgeblich an einer hochschulinternen Qualitätsverbesserung mitwirken, durch Studiengebühren die Finanzsituation der Hochschulen verbessern und langfristig zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft beitragen. Der DAAD erwartet denn auch durch die internationale„Einwerbung wissenschaftlicher Qualität“ eine allgemeine Steigerung des Forschungs- und Lehrniveaus, durch die Rückkehr der Studierenden in ihre Heimatländer den Aufbau ‚wirtschaftlich relevanter Partnerschaften’ für die deutsche Exportwirtschaft und generell die Stärkung der politischen Verbindungen zu den Heimatländern, beispielsweise zu osteuropäischen Staaten oder zu Schwellenländern. Aus diesen ökonomischen und politischen Zielsetzungen leiten sich unmittelbar die Fächer ab, die für ausländische Bewerber besonders attraktiv sein sollten. Denn insbesondere aus den Absolventen der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, der Naturwissenschaften und des Ingenieurwesens rekrutiert sich die gesellschaftliche, wissenschaftliche, wirtschaftliche und politische Führung der meisten Länder. These 2: Durch die Ausbildung von hochqualifizierten ausländischen Studienbewerbern wird die wirtschaftliche und politische Position der Bundesrepublik Deutschland international gestärkt. Deshalb müssen vorrangig die Studienfächer international ausgebaut werden, in denen traditionell der politische und wirtschaftliche Führungsnachwuchs ausgebildet wird. Attraktiv und wettbewerbsfähig werden diese Studiengänge zunächst durch eine hohe Angebotsqualität und ein klares unverwechselbares Forschungs- und Lehrprofil. Das sind die wich42 tigsten Voraussetzungen für eine saubere Abgrenzung gegenüber Alternativmodellen und die Entwicklung eines starken Images, das auch international erfolgreich vermarktet werden kann. Für ausländische Studierende und Wissenschaftler sind dabei nicht einmal besondere Anstrengungen notwendig, weil sich das deutsche Studienangebot ohnehin an den Anforderungen eines globalisierten Wirtschaftssystems ausrichten muss. Englischsprachige Veranstaltungsangebote werden künftig genauso selbstverständlich sein wie international anerkannte Abschlüsse, weltweit etablierte Qualitätssicherungsverfahren und die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen. These 3: Viele deutsche Studiengänge genießen weltweit einen hervorragenden Ruf. Durch eine zwanghafte Anpassung an internationale Standards, beispielsweise durch die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen, wird ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit jedoch eher geschwächt. Gerade eine bewusste und offensiv vermarktete Abgrenzung mit Erhalt und Ausbau der bisherigen Stärken ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist es nicht zwingend notwendig, angelsächsische Studienabschlüsse wie Bachelor, Master etc. zu übernehmen. Denn noch immer genießen beispielsweise die deutschen Diplomabschlüsse in den Ingenieurstudiengängen und in den naturwissenschaftlichen Fächern Weltruf. Hier zahlt sich die enge Verzahnung von universitärer Lehre und international ausgerichteter Forschung(DFG, Fraunhofer Gesellschaft, Max Planck Gesellschaft) aus. Es wäre gerade unter Marketinggesichtspunkten fatal, wenn das hervorragende Image und Profil dieser Studienabschlüsse durch die Einführung von Bachelorund Masterabschlüssen verwässert würde. Auch die Diplomabschlüsse in den Geistes- und Sozialwissenschaften stellen vielfach hohe fachliche Anforderungen und genießen meist ein höheres Ansehen als die international verbreiteten Bachelor- und Masterabschlüsse. Die Absolventen aus diesen Studienfächern sind aber
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
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