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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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3.1 Perspektiven des lebenslangen Lernens Heino Apel Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Bonn Zum Begriff ‚Lebenslanges Lernen Das Konzept ‚Lebenslanges Lernen(LLL) wird historisch, europaweit und auch innerhalb Deutschlands unterschiedlich interpretiert. Im historischen und europäischen Entstehungs­kontext lässt sich eine gewisse Entwicklung von Abbildung 1 einem Aufklärungsideal im Sinn von Bildungs­chancen für alle und zu jeder Zeit zu einer mehr auf Anpassung und Effizienz getrimmten Sichtweise(z.B. im EU-Memorandum) nach­zeichnen. Man kann in der aktuellen Debatte grob skizziert vier Lesarten von LLL beobach­ten(Abbildung 1): Nach der Ausbildung muss vermehrt weitergelernt werden Populismus Alle sollen sich jederzeit bilden können Humanismus Taylorismus Die Willigen sollen sich für den Systemwandel fithalten Quelle: Eigene Zusammenstellung LLL Liberalismus Die Lerner wissen am besten, wann sie was brauchen 1. Die meist verbreitete, populäre Auffassung vom Lebenslangen Lernen, versteht es als zunehmendes Lernen nach der Ausbil­dung, also gewissermaßen als ein Synonym für Weiterbildung. Daran gekoppelt ist in der Regel das Argument, dass eigentlich LLL nichts Neues sei, denn man habe das immer schon gehabt. 2. Bei der zweiten Lesart des LLL steht die Vorstellung einer Anpassungsbildung zur Sicherung des Standorts Deutschland im Vordergrund. Die Strukturellen Verände-