3.4 Netzbasiertes Wissensmanagement Bernt R. A. Sierke unicmind.com AG, Göttingen Standpunkte Anstelle der Frage nach der Güte der Weiterbildung in Deutschland stellen sich in diesem Konnex zwei weitaus wichtigere Fragen: • Welches sind die Rahmenbedingungen, die die Qualität der Weiterbildung beeinflussen? • Warum brauchen wir gute Weiterbildung? THESE I: Postulat nach der Pluralität der Weiterbildung in Deutschland Weiterbildung zeichnet sich durch die Pluralität der Nachfrage aus. Dem kann nur durch die Pluralität der Anbieter und Angebote begegnet werden. Bezogen auf die Rolle des Staates heißt dies, Weiterbildung nicht selbst durchzuführen bzw. sich auf wenige Projekte zu beschränken und gleichzeitig die Pluralität zu fördern und zu fordern. Es macht wenig Sinn, Weiterbildungseinrichtungen weiterhin in großem Stil zu subventionieren. Hier müssen Angebot und Nachfrage und damit der Markt bzw. der nachfragende Kunde entscheiden, welches Angebot für ihn das beste ist. Das Problem stellt sich nach wie vor so dar, dass Weiterbildung nicht dadurch an Qualität gewinnt, dass Weiterbildungseinrichtungen auf breiter Basis durch Steuergelder gefördert werden. Das verstärkt einerseits das Budgetdenken und führt in der Konsequenz dazu, dass Strukturen und nicht Bildungsinteressierte gefördert werden. Fazit: Wir müssen in Deutschland Weiterbildung stärker nachfrageorientiert statt wie bisher angebotsorientiert ausrichten. Damit schaffen wir auch die notwendigen Strukturen, um die Qualität der Weiterbildung nachhaltig zu verbessern. THESE II: Transformation Z ur Wissensgesellschaft Die Frage nach dem Niveau bzw. der Güte der Bildung in Deutschland wird jedes Jahr mehr oder minder exakt und sinnvoll durch Studien, Rankings oder andere Statistiken zu belegen versucht. Aktuelle Erkenntnisse, wie sie die OECD-Studie„Bildung im internationalen Vergleich“ sowie die ersten Ergebnisse der PISAStudie belegen, alarmieren Bildungspolitiker, Eltern und Pädagogen gleichermaßen. Diese Diskussionen gab es in anderer Form auch schon in den letzten fünf, zehn Jahren. Eine neue Qualität hat die Diskussion durch die Forderungen bekommen, die seitens der Wirtschaft in die Diskussion eingebracht wurden. Die in diesem Zusammenhang entfachte GreenCard-Diskussion steht beispielhaft für eine Wissens- und Bildungsdiskussion, der sich eine schnell wachsende und global denkende Volkswirtschaft stellen muss. Unternehmen bangen im Hinblick auf ihren Ausbildungsnachwuchs um die Qualität der Bildung in Schule und Hochschule. Die im Juni dieses Jahres in Berlin vorgestellte OECDStudie„Bildung im internationalen Vergleich“ prognostiziert für die nächsten 10 bis 15 Jahre auf dem Arbeitsmarkt zwei Entwicklungen: • Ein sinkender Anteil der jungen Bevölkerung. • Ein steigender Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Die seit Jahren prophezeite Transformation unserer Gesellschaft in eine Informations- und
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
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