4.1 Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb Andreas Schleicher OECD, Paris 1. Die Volkswirtschaften der OECD-Staaten stehen vor der Aufgabe, sich dem technologischen, sozialen und wirtschaftlichen Wandel anzupassen- und so gut wie möglich von ihm zu profitieren. Sich verändernde demographische und soziale Rahmenbedingungen, die wachsende Nachfrage nach neuen Kompetenzen und Veränderungen hin zur Wissensgesellschaft haben Bildung und Ausbildung fast überall in der OECD in den Vordergrund gerückt. Bildung ist zum Schlüssel geworden nicht nur für den Erfolg des Einzelnen, sondern auch für Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit der Staaten insgesamt. So zeigen Analysen der OECD z.B. nicht nur deutliche Zusammenhänge zwischen Bildung, Arbeitsmarktchancen und Einkommen, sondern auch, dass Zuwächse beim Bildungsstand in den achtziger und neunziger Jahren, neben einer auf niedrige Inflation und solide öffentliche Finanzen ausgerichteten makroökonomischen Politik, eine der wichtigsten Einflussgrößen des Wirtschaftswachstums waren. Mit einem geschätzten Beitrag von durchschnittlich 0,4 Prozent zum jährlichen Wachstum der Produktivität(OECD, 2001a, Tabelle A3.1) gibt es kaum einen anderen Faktor, der ähnlich große Bedeutung für das Wirtschaftswachstum hatte. 2. Vor diesem Hintergrund bemühen sich die Regierungen der OECD um eine effektive Bildungspolitik, die der steigenden Bildungs- und Lernnachfrage des Einzelnen gerecht wird und die Zukunftsfähigkeit der Staaten insgesamt sichern hilft. 3. Ein Verständnis der Funktionsweise der Bildungssysteme und der Beziehungen zwischen Humankapital und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit sind dabei wesentlich für die Entwicklung- und Begleitung- von Bildungsreformen. Vergleiche sind allerdings schwierig, da sich Bildungssysteme sowohl hinsichtlich ihrer Bildungsziele als auch bezüglich der zugrunde liegenden Strukturen unterscheiden. Um hier einen Beitrag zu leisten, arbeitet die OECD seit über 10 Jahren an der Entwicklung von Indikatoren, die als Informationsgrundlage bei der Festlegung von bildungspolitischen Inhalten dienen können und die eine Beurteilung der Bildungssysteme durch Politik und Öffentlichkeit fördern. Zusammen mit umfangreichen qualitativen und quantitativen Analysen von bildungspolitischen Entwicklungen in den 30 Mitgliedstaaten der OECD, bilden diese Indikatoren eine wichtige Wissensbasis mit der die Bildungsreformen in den OECD-Staaten unterstützt werden. 4. Dabei wird die Entwicklung der OECD Bildungsindikatoren von einer Reihe von Themen geleitet, für die die Mitgliedstaaten eine international vergleichbare Perspektive für besonders relevant halten: • Dazu zählt zunächst Qualitätssicherung und die Verbesserung von Bildungsleistungen. In diesem Zusammenhang steht auch die von der OECD entwickelte und durchgeführte Schulleistungsstudie PISA. • Dazu zählt aber auch die Verbesserung von Zugangsmöglichkeiten zu Bildung, sowie die Verbesserung ihrer Effektivität-
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
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