Berliner Forum Wissenschaft und Innovation mit dem Ziel, lebensbegleitendes Lernen zur Realität werden zu lassen, und zwar für alle Bevölkerungsschichten. • Ebenso wird eine ausgewogene und gerechte Verteilung von Bildungschancen angestrebt. Die OECD-Bildungsindikatoren zeigen dabei, dass der Preis für ein hohes Leistungsniveau eines Bildungssystems nicht unbedingt ein großes Leistungsgefälle zwischen Schulen und Schülern sein muss. • Wie kann sichergestellt werden, dass die Verantwortung für Bildung, und damit auch für Investitionen in Bildung, gerecht verteilt wird? Auch dies ist ein zentrales Thema, das die Entwicklung der OECDBildungsindikatoren mitbestimmt. 5. Die Ergebnisse von PISA wurden in Deutschland als nationale Bildungskatastrophe bezeichnet. Der Begriff ist aus zwei Gründen nicht treffend. Einerseits hat das deutsche Bildungssystem auch anerkannte Stärken, wie z.B. das duale System. Andererseits verbindet man mit dem Begriff Katastrophe ein Naturereignis, welches unabwendbar scheint und für das man nicht verantwortlich ist. Dem ist nicht so, denn die Ergebnisse von PISA sind Ergebnisse über Jahre gewachsener Bildungsstrukturen, Bildungspolitik und Bildungspraxis. Die Ergebnisse der Studie sollen für die OECD-Länder Lösungsmöglichkeiten anbieten, die jeweiligen Bildungssysteme zu verbessern. 6. Im Mittelpunkt von PISA 2000 steht weniger die Frage, wie gut Jugendliche einen bestimmten schulischen Lehrstoff beherrschen, als vielmehr deren Fähigkeit, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten zur Bewältigung realitätsnaher Herausforderungen einzusetzen. Das Hauptaugenmerk gilt dem Verständnis von Zusammenhängen, der Steuerung von Prozessen, sowie der Fähigkeit, das Wissen auf verschiedene Alltagssituationen zu übertragen und anzuwenden. Die Ergebnisse von PISA zeigen bei den Bildungsergebnissen von 15-Jährigen in den Bereichen Lesekompetenz, mathematische Grundbildung und naturwissenschaftliche Grundbildung deutliche Mängel auf. Deutsch80 land belegt unter den 32 Teilnehmerstaaten nur Platz 22. • In allen drei Bereichen weist Deutschland eine unterdurchschnittlicher Gesamtleistung auf, weitgehend verursacht durch einen überdurchschnittliche Anteil von schwachen Schülern(vgl. OECD, 2001b, Tabelle 2.1). • Zusätzlich hat Deutschland in allen Untersuchungsbereichen eine besonders hohe, im Bereich Lesekompetenz die höchste Leistungsstreuung(vgl. OECD, 2001b, Tabelle 2.4). Der Anteil von Schülerinnen und Schülern, deren Leistungen auf der untersten Kompetenzstufe oder sogar darunter liegen, ist in allen von PISA erfassten Leistungsbereichen relativ hoch. Im oberen Leistungsbereich ist die deutsche Position etwas besser, bleibt aber im Durchschnitt der OECD-Staaten. • Bei deutschen Schülerinnen und Schülern sind effektive Lernstrategien vergleichsweise schlechter entwickelt. Es mangelt an kumulativem Lernen und an dem notwendigen gesicherten und anschlussfähigem Vorwissen für weiterführende Lernprozesse. Bei schwierigeren Aufgaben mit Anforderungen im Bereich des Reflektierens und Wertens tun sich deutsche Schülerinnen und Schüler überdurchschnittlich schwer (vgl. OECD, 2001b, Tabellen 2.3c, 4.5, 4.6 und 4.7). 7. Besonders gravierend ist die Feststellung, dass die Leistungen in Deutschland einerseits einen niedrigen Gesamtwert aufweisen und gleichzeitig riesige Leistungsunterschiede herrschen. • In Deutschland sind die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Schulen quer über die Schulformen hinweg überdurchschnittlich hoch, während die Leistungen innerhalb der Schulen(entgegen mancher Klagen über die Leistungsheterogenität in Schulen der Sekundarstufe I) relativ homogen sind(vgl. OECD, 2001b, Tabelle 2.4). • Der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und Schülerleistungen ist in Deutschland besonders stark ausgeprägt (vgl. OECD, 2001b, Tabellen 8.1 und 8.2). Es gelingt dem deutschen Schulsystem
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
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