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Herausforderung Islamismus : 12 Thesen und 38 Literaturhinweise
Entstehung
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verbundene Kompromittierung des arabischen Nationalismus löste ein isla­mistisches Revival aus. In dieser Zeit entstanden in Nordafrika, den arabi­schen Staaten, im Nahen Osten, Asien, USA und Europa neue islamistische Bewegungen. Die militärische Niederlage war für Islamisten der Tiefpunkt in der Krise der islamischen Welt seit Kolonialismus und Imperialismus sowie dem Kollaps des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg. Isla­misten machten dafür in erster Linieden Westen verantwortlich, attackierten aber auch ihre vermeintlichsäkularisierten(nationalistisch und/oder sozialis­tisch orientierten) politischen Eliten, die als vom Westen korrumpierte, selbst­süchtige, heuchlerische, diktatorische und machtbesessene Potentaten dar­gestellt wurden. Ihr Versagen verlangte eine religiös orientierte politische Ant­wort:Der Islam ist die Lösung. Neue religiöse Deutungen der Misere alsim­perialistische Offensive derUngläubigen gegen dieGläubigen und alsAb­fall vom Islam wurden attraktiv. Nach Auffassung der Islamisten tragen die herrschendenislamischen Regime bis heute Mitverantwortung für den Abfall und das sich ausbreitendeHeidentum(jahiliya) in den islamischen Gesell­schaften. AlsHauptfeind der islamischen Welt gelten aber die USA(der Große Satan) und ihre Verbündeten als die Garantiemächte des globalisier­tenTurbokapitalismus und als geistig-politische Führer der Welt derUn­gläubigen(kuffar). Islamistische Bewegungen erhielten durch den Sieg der Iranischen Revolution 1979, den Kampf um Afghanistan in den achtziger Jahren und den Sieg der Taliban 1996, den Bürgerkrieg in Algerien in den neunziger Jahren, den Aghanistan-Krieg 2001 sowie durch die beiden Golf­kriege 1991 und 2003 Auftrieb. Der ungelöste Nahostkonflikt und die instabile Lage im Irak bilden bis heute den Hintergrund zur nachhaltigen Stärkung isla­mistischer Bewegungen und djihadistischer Terrorgruppen. 7. Islamismus ist ein differenziertes Phänomen: Die islamistischen Bewegun­gen unterscheiden sich in sozialer Zusammensetzung, Organisationsstruktur, Politik, Kultur und religiöser Praxis. Islamistische Bewegungen sind für soziale Unterschichten(arbeitslose Jugendliche, kleine Händler, Handwerker, Arbei­ter) genauso attraktiv wie für Intellektuelle(Ärzte, Natur- und Sozialwissen­schaftler, vor allem Ingenieure und Lehrer), die keine ihrer Qualifikation ent­sprechenden Arbeitsplätze finden und sich in ihrem Selbstwertgefühl gedemü­tigt und herabgesetzt sehen. Sie richten ihre Hoffnung auf ihresiegreiche Re­ligion und die großen Traditionen der Vergangenheit, was Islamisten für ihre Zwecke nutzen. Die Attraktivität islamistischer Bewegungen für die genannten Zielgruppen erklärt sich aus der Verbindung von Ideologie und politischem Aktionismus. Ein religiös-politisches Ideologieangebot(derwahre Islam) wird mit Wohlfahrtseinrichtungen, sozialen Dienstleistungen und Möglichkeiten 4