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Präsidentschaftswahl in Timor Leste : ein Schritt zum inneren Frieden?
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Mai 2007 Präsidentschaftswahl in Timor Leste ein Schritt zum inneren Frieden? Tia Mboeik/ Lisa Hirn/ Erwin Schweisshelm, FES Jakarta Interne Auseinandersetzungen innerhalb des Militärs im Mai 2006 weiteten sich bis zu einer bürgerkriegsähnlichen Situation aus, die nur durch ausländische Intervention unter Kontrolle gebracht wurde. Die Präsidentschaftswahlen im April und Mai 2007 verliefen überraschend ruhig ein erster Erfolg für Frieden und Demokratie. Die Entscheidung fiel erst im 2. Wahlgang, aber dann sehr deutlich für den Nobelpreisträger José Ramos-Horta, seit 2006 Premier- und Verteidi­gungsminister. Die Zukunft des jüngsten Staates der Welt ist weiterhin unsicher aber das Potential für Frieden und Entwicklung ist vorhanden. Die Rückkehr der Gewalt Eine Zeit lang sah es nach der Unabhängigkeit im Jahre 2001 in Timor Leste tatsächlich so aus, als sei endlich der Weg für Frieden, Si­cherheit und Demokratie frei. Doch im Mai 2006, fast genau ein Jahr vor der geplanten zweiten Präsidentschaftswahl, kehrte die Ge­walt zurück. Ein beträchtlicher Teil des Militärs desertierte, weil ihre Proteste(Petition) ge­gen angebliche Diskriminierung entlang einer Ost-West Trennungslinie bei Beförderungen nicht zur Kenntnis genommen wurden. Die Regierung unter Premierminister Mari Alkatiri unterstützte die sofortige Entlassung der Pro­testler durch den Befehlshaber. Dies lieferte weiteren Zündstoff für die Eskalation von Gewalt, der Konflikt griff auf die Hauptstadt Dili über. Kampfsportbanden, die sich haupt­sächlich aus den vielen arbeitslosen Jugendli­chen zusammensetzen, trugen brutale Stell­vertreterkämpfe zwischen sich aus. Viele Menschen suchten Schutz in Flüchtlingsla­gern, welche ebenfalls angegriffen wurden; auch Ausländer waren zwischenzeitlich ge­fährdet. Dabei beruht derOst-West Kon­flikt letztlich auf einer unterschwelligen ge­sellschaftlichen Unterscheidung zwischen den Bevölkerungsteilen aus dem Osten und Wes­ten des Landes, die die portugiesischen Kolo­nialherrscher früher eingeführt hatten. Sie wollten damit die einheimische Bevölkerung anhand von vereinfachten Verhaltensmustern und nicht auf der Basis von ethnischen oder religiösen Kriterien gruppieren. Den Loromo­nu aus dem Westen wird nachgesagt, dass sie während der Besatzungszeit mit den Indone­siern kooperiert haben. Nachdem Indonesien aus Timor Leste abgezogen und das Ziel Un­abhängigkeit erreicht war, setzte wieder Kon­kurrenzdenken ein, und es wurden alte Rech­nungen beglichen. Heutzutage prägt diese Trennung das Denken der Bevölkerung und bestimmt sogar die Wohnortaufteilung in der Hauptstadt Dili. Verschiedene Länder, unter ihnen Australien und Portugal, entsandten Sicherheits- und Polizeikräfte in das Land und konnten damit die Gewalt teilweise eindämmen. Doch die Lage blieb gespannt. Alkatiri wurde schließlich zum Rücktritt gezwungen, der Außenminister und Friedensnobelpreisträger José Ramos­Horta übernahm seinen Posten im Juni 2006. Aufgrund der unsicheren Lage wurde die UN­Mission, die eigentlich im Mai enden sollte, bis Mitte August verlängert. Im September übernahm eine neue Mission, die UN Integra­ted Mission in Timor Leste(UNMIT), das Man-