Mauretanien wählt sich seinen Präsidenten, oder: Die Ankunft des ewigen Rückkehrers von Hajo Lanz, FES-Marokko • Sidi Mohamed Ould Cheik Abdallahi gewinnt am 25.03.2007 die Präsidentschaftswahl in Mauretanien. • Der neue Präsident muss nun beweisen, dass er den Erneuerungsprozess in seinem Land weiter vorantreiben kann. • Der Übergang in die Konsolidierungsphase birgt gleichermaßen große Herausforderungen und Chancen . • Auf dem Spiel steht die neu gewonnene Vorbildfunktion Mauretaniens für andere Staaten der Region. Es ist der 25. März 2007: Sidi Mohamed Ould Cheik Abdallahi, 69, wird zum ersten demokratisch bestimmten zivilen Präsidenten der Islamischen Republik Mauretanien gewählt. Er kann sich an diesem Tag im zweiten Wahlgang gegen Ahmed Ould Dadda mit knapp 53% der Stimmen durchsetzen. Der Machtwechsel vollzieht sich damit für ein Land, das in seinen 47 Jahren Unabhängigkeit bereits zehn Militärputsche erlebt hat, auf ungewöhnliche Art und Weise. Mauretanien, der südlichste Maghrebstaat und mit knapp drei Millionen Einwohnern bei der doppelten Größe Frankreichs nur sehr dünn besiedelt, verdient daher gegenwärtig international besondere Aufmerksamkeit. Die Anhänger des neuen Präsidenten bezeichnen ihn als zurückhaltend, ruhig und überlegt. Seine Widersacher deuten dies als Schwäche und werfen ihm fehlenden Weitblick und Manipulierbarkeit vor. So mancher sieht in ihm nichts weiter als die Marionette des militärischen„Rats für Gerechtigkeit und Demokratie“ unter Ely Ould Mohamed Vall, der mit seinem Putsch vom 3. August 2005 dem Regime Ould Taya endlich ein Ende gesetzt und in dessen Folge eine ganze Lawine an Reformprojekten zum demokratischen(Wieder)Aufbau des Landes in Bewegung gesetzt hat. Der neue Präsident wird nun beweisen können und müssen, inwieweit er in der Lage ist, das Projekt der Erneuerung des Staates Mauretanien unabhängig und umfassend weiter voranzutreiben und diesem Prozess seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Nicht ganz unwichtig wird dabei sein, welche Rolle den Militärs in der neuen Konstellation zugedacht werden wird. Jetzt, wo sie sich wieder militärischen und anderen Dingen nationaler Sicherheit zuwenden können, und nicht mehr staatsbildendes, politisches Management betreiben müssen. Noch nie sind die Mauretanier so oft innerhalb eines Jahres zu den Urnen gerufen worden: ein Referendum zu Verfassungsänderungen im letzten Juni, dann Kommunalund Parlamentswahlen im November/Dezember, Senatswahlen im Januar und als letzte Etappe die Präsidentschaftswahlen im März. Als Krönung sozusagen eines ver-
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