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Globalisierung und Armutsbekämpfung : Podiumsdiskussion und Ausstellungseröffnung am 13. November 2006 in Stuttgart ; Veranstaltungsinformation des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg, Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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3 Globalisierung und Armutsbekämpfung Afrika als Region der Armut, der Korruption, des Krieges und des Hungers. So sehen viele Europäer unseren großen Nachbarkontinent. Aber in wie weit entspricht dieses Bild der Realität? Sind die Ideen der Gerechtigkeit und der Solidarität im globalen Zusammenhang zu realisieren? Woran liegt es, dass sich bei steigendem globalen Wirtschaftswachstum die Situation für die Armen und Ärmsten vielfach nicht ver­bessert? Diese Fragen waren Ausgangspunkt der Podiumsdiskussion, die auch Peter Müller-Rockstroh vom Forum Eine Welt Baden-Württemberg in seiner Einleitung stellte. Was sind die Effekte der Globalisierung außer weltum­spannenden Waren- und Ka­pitalströmen.Globalisierung erzeugt in einigen Teilen der Welt Wohlstand, bis hin zum verantwortungslosen Luxus, und andernorts krasse Armut, so Müller-Rockstroh. Während die wirtschaftliche Globalisierung bereits in vollem Gange sei, habe die globalisierte Entscheidungsfindung zu den brennen­den Themen unserer Zeit eben erst begonnen. Angestoßen vombesten General­sekretär, den die UN in ihrer bisherigen Geschichte hatte, Kofi Annan. Auf dessen Betreiben hin haben sich die Mitgliedsstaaten im Jahr 2000 auf einen Aktionsplan geeinigt, der bis 2015 u. a. die Armut halbiert, die weltweite Primärbildung auf 100 Prozent gesteigert, die Ausbreitung ansteckender Krankheiten bekämpft und die Gleichberechtigung gefördert haben soll. Ähnliches will die Wirtschaft weltweit er­reichen.Aber wie weit sind wir dabei gekommen? fragt Müller-Rockstroh. Dass die Politik auf diesem Weg allein nichts ausrichten kann, bekräftigte die parla­mentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung, Karin Kortmann.Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam sind gefordert, so Kortmann. Wie dringlich dies sei, zeigten die Flücht­lingsströme über das Mittelmeer diesen Sommer. Gleichzeitig habe die Politik auf die Frage der globalisierten Migrationsströme heute aber noch keine Antwort. Ent­wicklungshilfe sei nicht Geld allein, sondern müsse auch das Öffnen von Märkten sowie die Abschaffung von Zöllen und Agrarsubventionen sein. Dass Deutschland auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle übernehme, veranschaulichte Kort­mann mit einem Beispiel aus der Sahelzone. Hier hatten US-Sub­ventionen im eigenen Land einen mit Entwicklungshilfegeldern mühsam aufgebauten Baumwollmarkt vernich­tet. Auf betreiben der Bundes­regierung wurden diese Subventionen mittlerweile abgeschafft. Heute agiert der deutsche Otto-Versand beratend für die dortige Baumwollindustrie.