lâíçÄÉê=OMMT= Argentinien vor den Wahlen:„Der Wandel hat erst begonnen“ Alfred Stoll • Alle Umfragen prognostizieren für die argentinische Präsidentschaftswahl einen Wahlsieg von Cristina Fernández de Kirchner. • Fernández de Kirchner hat den Willen zur Kontinuität betont. Die Schaffung einer breiten politischen Plattform und die Verbindung von Wirtschaftswachstum mit sozialer Entwicklung gehören zu ihren Prioritäten. • Die Bilanz der derzeitigen Regierung unter ihrem Ehemann Néstor Kirchner ist überwiegend positiv, insbesondere im wirtschaftlichen und sozialen Bereich. • Die traditionellen politischen Parteien unterliegen einer zunehmenden Fragmentierung. Argentinien vor den Wahlen:"Der Wandel hat erst begonnen" Mit diesem Slogan führt Cristina Fernández de Kirchner den Wahlkampf um die Nachfolge ihres Mannes, Néstor Kirchner, im Amt des Staatspräsidenten. Die Entscheidung darüber wird in den Wahlen am 28. Oktober fallen. Nach den letzten Umfragewerten kommt die Kandidatin der "Alianza Frente para la Victoria" im ersten Wahlgang auf etwas über 40% der Stimmen und der Abstand zur bzw. zum Zweitplatzierten beträgt mehr als 20%. Damit wäre sie in der ersten Runde zur Präsidentin gewählt. Auch für den unwahrscheinlichen Fall einer Stichwahl gehen alle Prognosen von ihrem Sieg aus. Es ist somit hochwahrscheinlich, dass sie am 10. Dezember die Regierungsgeschäfte von ihrem Mann übernimmt. Cristina Fernández de Kirchner auf der Zielgeraden Nach monatelangen Spekulationen über die Frage, ob sich Staatspräsident Néstor Kirchner einer Wiederwahl stellt, wurde Cristina F. de Kirchner Anfang Juli als Kandidatin der Regierungspartei lanciert. Angesichts des zwar etwas gesunkenen, aber immer noch hohen Ansehens des Präsidenten in der Bevölkerung und Umfragewerten, die einige Prozentpunkte über denen seiner Frau liegen, stellt sich die Frage, warum er sich nicht der Wahl für eine zweite Amtsperiode stellt. Politische Analysten sehen dafür vor allem zwei Gründe: Zum einen tritt erfahrungsgemäß in der zweiten und damit letzten Amtsperiode ein Verschleißeffekt ein, verbunden mit einem zunehmenden Machtverlust des Präsidenten. Zum anderen eröffnet ihm die Beendigung seiner Regierungszeit mit etwas gesunkenem, aber immer noch positivem Image die Möglichkeit einer erneuten Kandidatur nach Ablauf der Regierungszeit seiner Frau. Es heißt, in der Zwischenzeit wolle er sich für die Konsolidierung und Stärkung seiner politischen Hausmacht, der"Frente para la Victoria" einsetzen. Cristina F. de Kirchner hat unabhängig von ihrem Mann eine beachtenswerte politische Karriere durchlaufen und besitzt ein eigenes politisches Profil. Von 1985 bis 1995 war sie Abgeordnete im Parlament der Provinz Santa Cruz und anschließend Abgeordnete und Senatorin auf nationaler Ebene. Im Oktober 2005 setzte sie sich in der Provinz Buenos Aires bei den Wahlen für den Senat mit einer überwältigenden Mehrheit gegen Hilda Duhalde durch, Frau des ehemaligen Staatspräsidenten und Führers der traditionellen peronistischen Parteistrukturen Eduardo Duhalde. Stellvertretend für ihre Männer kämpften die beiden Frauen dabei vor allem um die Vorherrschaft in der peronistischen Partei. Im Senat hat Cristina F. de Kirchner das Amt der Vorsitzenden der Verfassungskommission inne. Sie ist rhetorisch begabt, gilt als 1
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