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Eine europäische Einkommenspolitik für mehr Wachstum und Gerechtigkeit
Entstehung
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November 2007 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Eine europäische Einkommenspolitik für mehr Wachstum und Gerechtigkeit Michael Dauderstädt 1 Der Unmut in der EU nimmt zu. Einerseits fühlen sich die Menschen in den reicheren Mitgliedstaaten von der Konkurrenz aus immer zahlreicheren ärme­ren Neumitgliedern bedroht. Sie fürchten einen schrankenlosen Unterbietungswettlauf. Andererseits erwarten die Menschen in den ärmeren Mitglied­staaten vom EU-Beitritt eine baldige und alle Be­völkerungsschichten umfassende Besserung der Le­benssituation. Die EU-27: Ungleicher als die USA, fast so ungleich wie China Auf einen Blick Mit der Erweiterung um relativ arme Länder wie Bulgarien und Rumänien hat sich die Einkommensverteilung in der Europäischen Union(EU) stark verschlechtert. Wenn in einem ein­heitlichen Markt und Wirtschaftsraum so ungleiche Akteure und Verhält­nisse aufeinander prallen, drohen Verteilungskonflikte, schmerzhafte Anpassungsprozesse und Nachfrage­krisen. Deshalb braucht Europa eine gemeinsame Einkommenspolitik, die die Chancen für Wachstum und Gerechtigkeit verbessert. Die Einkommen in der 27 Mitglieder umfassenden Europäischen Union(EU) sind äußerst ungleich ver­teilt. Die ärmsten 20% der EU-Bevölkerung verdie­nen 4,5% des Bruttoinlandsprodukts. Das ist relativ weniger als die ärmsten 20% in Indien(8,1%) oder den USA(5,1%) und nur geringfügig mehr als in China(4,3%) 2 . Die Einkommensverteilung 3 in den USA ist zwar ungleicher als in allen EU-Mitglied­staaten, aber die Unterschiede zwischen den Mit­gliedstaaten sind so erheblich, dass sie in Verbin­dung mit der inneren Ungleichheit zu insgesamt größerer Ungleichheit als in Amerika führen. Dabei hat auch die innere Ungleichheit in den meis­ten Mitgliedstaaten der EU in den letzten Jahren ebenfalls zugenommen. Der Anteil der Löhne am Volkseinkommen sank und die Lohnspreizung nahm