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Finnlands Energiepolitik im Spannungsverhältnis zwischen Russland, den baltischen Staaten und der EU : ein finnischer Blick auf die Ostseepipeline
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N ORDIC C OUNTRIES Nordic Countries Oktober 2007 Office Stockholm Västmannagatan 4 11124 Stockholm Tel. 004684546592 Fax: 004684546595 email: info@fesnord.se 5- 2007 Finnlands Energiepolitik im Spannungsverhältnis zwischen Russland, den balti­schen Staaten und der EU Ein finnischer Blick auf die Ostseepipeline von Stefanie Hanke and Jaakko Kiander Finnland ist das einzige Land in Nordeuropa, das neue Atomkraftwerke baut. Dies hängt un­ter anderem mit den Bestrebungen des nördlichsten EU Mitgliedsstaates zusammen, eine weitgehende Unabhängigkeit von Russland zu erreichen. Wie sehr sich historische, politische und wirtschaftliche Faktoren in diesem geographisch engen Verhältnis gegenseitig bedingen, lässt sich am Beispiel der Ostseepipeline zeigen. Als der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder Mitte Mai Helsinki besuchte, rea­gierten die normalerweise deutschfreundlich eingestellten Hauptstadtmedien überraschend unfreundlich. Schröder wollte in seiner Ei­genschaft als Aufsichtsratsvorsitzender von Nordstream, dem deutsch- russischen Kon­sortium, das für den Bau der Ostseepipeline von Russland nach Deutschland zuständig ist, Baupläne für eben diese Pipeline vorstellen und gleichzeitig die Gelegenheit nutzen, das Image der russischen Energiewirtschaft in Finnland zu verbessern. 1 Stefanie Hanke is director of the Stockholm office of the FES for the Nordic Countries. Jaakko Kiander is director at the Labour Institute for Economic Research in Helsinki, Finland. Dieser Besuch fand zu einem denkbar schlecht gewählten Zeitpunkt statt. Der Denkmalstreit zwischen Russland und Estland befand sich auf seinem Höhepunkt. Ein Tref­fen zwischen Schröder und Estlands Pre­mierminister stand kurz bevor. Schröder ver­suchte während seines Besuchs in Helsinki, den Denkmalstreit herunterzuspielen, der aber aus Sicht Estlands(und Finnlands) von exis­tentieller Bedeutung war. 2 Vom Norden be­trachtet, ist es schon eine Nachricht für sich, was für eine unbedeutende Nachricht der Denkmalstreit im Süden ist. Und mit Süden sind auch nördliche Regionen, wie z.B. Mit­teleuropa gemeint. Daraus kann man leicht einen unangenehmen Schluss ziehen: es ist nichts Grosses daran, ein kleines Land zu sein befand Heikki Aittokoski am 3.5. 2007 1 Schröder ist als Aufsichtsratsvorsitzender einer von vier Vertretern des russischen Energieriesen Gazprom, der mit 51% die Aktienmehrheit hält. BasF und EON halten die restlichen 49%. 2 Nach Schröders Aussage, dass die Umsetzung des Kriegerdenkmals geschmackloss und respektlos sei, annullierte der estnische Premierminister Andrus Ansip das geplante Treffen. 1