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Religion und säkularer Staat : Perspektiven eines modernen Religionsgemeinschaftsrechts
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POLICY Nr. 20 Politische Akademie Religion und säkularer Staat Perspektiven eines modernen Religionsgemeinschaftsrechts Die Entstehung des säkularen Staates mit seiner Trennung von Religion und Politik ist eine grundlegende Errungenschaft der Moderne. Aber auch im säkularen Staat bleiben beide Bereiche aufeinander ver­wiesen, wobei die institutionelle Ordnung und die Verhältnisbestimmung von Reli­gion und Staat in Europa ganz verschiede­ne Ausformungen erfuhren. Auf der einen Seite steht das französische laizistische Modell einer strikten Trennung, auf der anderen Seite finden sich staatskirchliche Systeme wie in Großbritannien. Das deut­sche System der(hinkenden) Trennung kann hingegen als eigentümliches Misch­system charakterisiert werden. In den letzten Jahrzehnten hat sich das religiöse Feld deutlich verändert. Fort­schreitende Säkularisierung,(religiöse) Pluralisierung und Individualisierung so­wie die Notwendigkeit der Integration des Islam stellen das Staat-Kirche-Verhältnis vor neue Herausforderungen. Ist das deut­sche Staatskirchenrecht, das in seinen wesentlichen Grundzügen auf die Wei­marer Zeit zurückgeht, überhaupt noch zeitgemäß? Brauchen wir nicht vielmehr ein modernes Religionsgemeinschafts­recht, das die Beziehung von Religion und säkularem Staat neu austariert? Wenn ja, wie sollte dieses beschaffen sein und was können wir hierbei von anderen euro­päischen Ländern lernen?