Dezember 2007 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Finanzmarktstabilität: Lehren aus der Hypotheken- und Kreditkrise Markus Schreyer 1 Auf einen Blick Die Stabilität des Finanzsystems ist gegenwärtig durch spekulative Übertreibungen auf den Kredit- und Verbriefungsmärkten gefährdet. Damit gehen erhebliche Belastungen für die reale Wirtschaftsentwicklung einher. Mehr Transparenz und Basel II werden das zentrale Problem, das Herdenverhalten auf den Finanzmärkten, alleine nicht lösen. Dauerhafte Finanzmarktstabilität erfordert zusätzlich ein antizyklisches Regulierungskonzept. Die gegenwärtige Hypotheken- und Kreditkrise ist wie die nur wenige Jahre zurückliegende New Economy-Krise ein Beleg dafür, dass liberalisierte und unterregulierte Finanzmärkte zu substanzieller Instabilität neigen. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt darin, dass sich die Wert- und Risikoeinschätzungen sowie die Risikobereitschaft der Finanzmarktakteure prozyklisch, also mit dem Konjunkturverlauf auf und ab bewegen. Positive FeedbackEffekte und Herdenverhalten führen im Aufschwung zu spekulativen Übertreibungen auf den Vermögensmärkten, die nach einer Phase des irrationalen Überschwangs mit dem Platzen von Vermögenspreisblasen wieder in sich zusammenbrechen. In diesen immer wieder auftretenden Boom-Bust-Zyklen spiegelt sich Marktversagen wider, das mit erheblichen realen Wohlstandseinbußen verbunden sein kann. 2 Exzessive Kreditvergabe infolge von Marktversagen Die gegenwärtige Finanzmarktkrise hat ihre Ursache in Übertreibungen auf den Kredit- und Verbriefungsmärkten. Historisch niedrige Zinsen, steigende Immobilienpreise und ein günstiges makroökonomisches Umfeld haben immer mehr US-amerikanische Haushalte dazu veranlasst, Hypothekenkredite für
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