Januar 2006 Amir Peretz- Neuer Vorsitzender der Arbeitspartei bringt Neuwahlen: Die Karten der Parteien in Israel werden neu gemischt • Amir Peretz gewinnt am 9. November 2005 die Primaries, die Wahl zum Parteivorsitzenden der Arbeitspartei. Damit schlägt er gegen alle Erwartungen den Veteran der Arbeitspartei, Shimon Peres. • Der neue Parteivorsitzende will der Arbeitspartei ein neues, stärker an sozialdemokratischen Werten orientiertes Profil geben. Als Einwanderer marokkanischer Abstammung und ohne bedeutende Karriere in Militär oder Sicherheitssektor unterscheidet er sich von seinen Vorgängern. Mit ihm kann es der Arbeitspartei gelingen, die Stimmen traditionell Likud-wählender, orientalischer Juden zu gewinnen. • Die Arbeitspartei kündigt die Koalition mit dem Likud auf und verlässt die Regierung. Premierminister Ariel Sharon lässt die Knesset auflösen, verlässt den Likud und gründet die Partei Kadima(Vorwärts). • Am 28. März wird es Neuwahlen geben. Der Wahlkampf verspricht sich von Vorherigen zu unterscheiden. Amir Peretz wird weniger auf sicherheitspolitische Themen setzen und soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellen. I. Die Primaries der Arbeitspartei Die Primaries waren zunächst für den 28. Juni 2005 geplant. Zwei Tage zuvor wurden sie jedoch auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben, da es schwerwiegende Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Werbung neuer Mitglieder gab. Der Vorwurf: Beitrittserklärungen von Neumitgliedern sollen gefälscht worden sein. Am 9. November haben die die Primaries schließlich stattgefunden. Zur Wahl standen Shimon Peres, Vorsitzender der Arbeitspartei und Vize-Premierminister, Benjamin Ben-Eliezer, Minister für Nationale Infrastruktur und Amir Peretz, Vorsitzender des Gewerkschaftsdachverbandes Histadrut. Zwei der Kandidaten des ersten Wahltermins, Ehud Barak und Matan Vilnai, hatten zuvor ihre Kandidatur zu Gunsten Peres' zurückgezogen. Umfragen im Vorfeld der Wahlen sahen Peres als deutlichen Sieger mit 15% Vorsprung vor Peretz. Doch es kommt zu einer Überraschung: Von den abgegebenen Stimmen erhält Peretz 42,3%, Peres 39,9% und Ben-Eliezer 16,8%. Am Ende zeigt sich, dass Peretz' Wahlkampfmaschinerie bei weitem effektiver war als Peres' eher chaotische Strategie, die sich auf den sicher geglaubten Vorsprung verließ. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses sagt Ben-Eliezer Peretz seine Unterstützung zu. Nachdem die politische Zukunft von Peres lange unklar blieb, ist er nun aus der Arbeitspartei ausgetreten und wird Sharons Kadima unterstützen. Sollte Sharons neue Partei die Mehrheit bei den Wahlen im März erhalten, wurde Peres ein Ministerposten zugesagt.
Druckschrift
Amir Peretz - neuer Vorsitzender der Arbeitspartei bringt Neuwahlen : die Karten der Parteien in Israel werden neu gemischt ; [short analysis
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten