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Umsteuern : gute Gründe für ein Ende des Ehegattensplittungs
Entstehung
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August 2008 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Umsteuern Gute Gründe für ein Ende des Ehegattensplittings Christine Färber, Ulrike Spangenberg, Barbara Stiegler 1 Auf einen Blick Steuern steuern Geschlechterverhältnisse. Das Ehegattensplitting zementiert seit 50 Jahren traditionelle Geschlechterrollen und schafft Ungerechtigkeiten zwischen arm und reich, Ost und West und nicht zuletzt zwischen Männern und Frauen. Verfassungskonforme Alternativen liegen auf dem Tisch, sie müssen nur umgesetzt werden. Das Ehegattensplitting ist eine steuerliche Vergüns­tigung für verheiratete Paare, die zwei Grundsätzen folgt: 1. Das Einkommen der Eheleute wird gemeinsam veranlagt: Dadurch werden der Grundfreibetrag und andere steuerliche Abzugsbeträge verdoppelt. 2. Der Splittingtarif wird angewendet: Dadurch wird die Progressionswirkung des Steuertarifsys­tems gemindert. Der finanzielle Vorteil fällt umso höher aus, je un­gleicher die Eheleute zum Einkommen des Haus­haltes beitragen und je höher das Bruttohaushalts­einkommen ist. Bereits bei einem geringen zweiten Einkommen sinkt der Splittingvorteil im Vergleich zur Einverdienstehe erheblich. Das Ehegattensplitting wird nicht nur von der OECD, sondern auch aus der Perspektive erwerbs­tätiger Frauen kritisiert. Frauen aus Parteien und Gewerkschaften, aus Verbänden und Vereinen for­dern, dass der Staat die ca. 27 Milliarden Euro aus dem Ehegattensplitting, mit denen zur Zeit einseitig einkommensstarke Ehepaare mit einem Hauptver­diener gefördert werden, künftig in eine Familien­förderung fließen lässt, die allen Familien mit Kin­dern gleichermaßen zu Gute kommt.