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Vermögensblasen und Bankenkrisen : Risikowachstum oder Wachstumsrisiken?
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August 2008 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Vermögensblasen und Bankenkrisen: Risikowachstum oder Wachstumsrisiken? Michael Dauderstädt 1 Auf einen Blick Geldpolitik und Finanzmarktregulierung steuern das zukünftige Wachstum, indem sie die Wahrnehmung der Risiken beeinflussen. Die USA haben ihr hohes Wachstum mit unterschätzten Risiken erkauft, Europa relative Stabilität mit geringerem Wachstum. In den Weltfinanzmärkten globalisieren sich aber Risiken leichter als das Wachstum. Wohlstand für alle braucht eine dynamische Geldpolitik und klare Regeln für die Finanzmärkte. 2 In kapitalistischen Marktwirtschaften ergibt sich das Wachstum aus Investitionen, die von den Gewinn­erwartungen der Investoren abhängen. Dabei ver­gleichen die Investoren die erwarteten Erträge mit den Kreditkosten der Finanzierung. Da es sich um Erwartungen bezüglich zukünftiger Marktergebnisse handelt, spielen die Risiken eine große Rolle. Die Kreditgeber verlangen höhere Zinsen für höhere Risiken. Der letzte Kreditgeber ist die Zentralbank, für deren Verhalten das Inflationsrisiko ausschlag­gebend ist. Hält sie das Kreditwachstum in der Wirtschaft für inflationär, bremst sie es durch eine restriktive Geldpolitik. EZB und Fed unterschiedliche Aufträge, unterschiedliche Ergebnisse Notenbanken müssen immer abwägen, wie groß die realen Wachstumschancen ihrer Volkswirtschaften sind. Schätzen sie diese hoch ein, so können sie eine expansive Geldpolitik betreiben, ohne Inflation be­fürchten zu müssen. Das Wachstum hängt vom Faktoreinsatz(vor allem Beschäftigung) und von der Produktivitätsentwicklung ab. So lange Arbeitslosig­keit herrscht, steht einer wirtschaftlichen Expansion eigentlich nichts im Wege. Bei Vollbeschäftigung reduziert sich das mögliche Wachstum auf die Pro­duktivitätssteigerung. Aber dazwischen liegen große Spielräume.