Blickpunkt Großbritannien Büro London The Chandlery Office 609 50 Westminster Bridge Road GB London SE1 7QY Tel 00 44 20 77 21 87 45 Fax 00 44 20 77 21 87 46 www.feslondon.org.uk Der Friedensprozess in Nordirland: Ein Modell zur Konfliktlösung? August 2008 Am 8. Mai diesen Jahres jährte sich zum ersten Mal das Bestehen der nordirischen Regionalregierung. Deren Wiederherstellung war an sich schon beachtenswert, doch dass sich die einst so erbitterten Feinde der republikanischen Sinn Fein und der probritischen Democratic Unionist Party in einer Koalition zusammenfanden, kann als historisch gelten. Diese Entwicklung besiegelte die Fortschritte, die seit dem Karfreitagsabkommen von 1998 in der Nordirlandfrage erreicht worden waren – maßgeblich vorangetrieben durch die Labour-Regierung Tony Blairs, die dem Friedensprozess neuen Impetus und politische Priorität verliehen hatte. Mit den während des Friedensprozesses gesammelten Erfahrungen im Gepäck zeigt Peter Hain, ehemaliger Nordirlandminister der Regierung Blair, die entscheidenden Schlüsselfaktoren auf und widmet sich der Frage, welche Lehren man aus der Überwindung des Nordirlandkonflikts ziehen kann und inwieweit diese auf andere Konflikte weltweit übertragbar sind. Peter Hain* Einleitung ∗ Über drei Jahrzehnte lang durchlebte Nordirland einen der gewalttätigsten und hartnäckigsten Konflikte, von dem je ein demokratischer Staat heimgesucht wurde. Dieser langjährige Konflikt hat die Welt auf einige grundlegende Probleme aufmerksam gemacht, die fast acht Jahrhunderte lang die ∗ Peter Hain ist Autor zahlreicher Bücher und politischer Essays und rückte durch sein Engagement in der AntiApartheitsbewegung wie auch durch seine führende Rolle in der Kampagne für das walisische Regionalisierungsreferendum ins Licht der internationalen Öffentlichkeit. Seit 1991 ist Peter Hain Abgeordneter des britischen Parlaments und hatte während dieser Zeit mehrere Posten auf Ministerebene, hauptsächlich im Außenministerium, inne. Im Jahr 2002 stieg er zum Minister mit Kabinettsrang auf und war unter anderem Minister für Wales, Minister für Nordirland sowie Minister für Arbeit und Renten bis Januar 2008. „irische Frage” bestimmt haben: die britische Präsenz in Irland, der verfassungsrechtliche Status Nordirlands, die Spannungen zwischen Unionismus und Nationalismus, das Streben nach Gleichheit aller Teile der Gesellschaft, sowie – und vielleicht am wichtigsten – die Anwendung terroristischer Gewalt zur Erreichung politischer Ziele. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Schlüsselfaktoren, die den Friedensprozess der letzten zwei Jahrzehnte entscheidend geprägt haben. Ein Jahr nach Einrichtung
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