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Südpazifik : das Jahr 2007 im Rückblick
Entstehung
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Südpazifik: Das Jahr 2007 im Rückblick Heinz Bendt, April 2008 (im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung) Die Region Südpazifik: Krisen und äuße­re Einflüsse Nach einer längeren Periode relativer politi­scher Stabilität und einer nur wenig ernst­haft angefochtenen Hinnahme der durch das koloniale Erbe gegebenen Realitäten brachte das Berichtsjahr neue und zum Teil unerwartete Entwicklungen in den Staaten des südlichen Pazifiks. Sie wurden nicht zuletzt ausgelöst und unterstützt durch eine gewisse Neuorientierung gegenüber den USA und eine langsame Verschiebung der Interessenzonen innerhalb des südlichen Pazifiks. Während die kleineren Inselstaaten noch weitgehend unentschlossen sind, ha­ben sich Papua Neuguinea und Fidschi da­gegen schon in der jÉä~åÉëáÉå= péÉ~êÜÉ~Ç= dêçìé(MSG) zu Vorreitern einer mehr auf Volksrepublik China ausgerichteten wirt­schaftlichen Orientierung gemacht. Es begann sich ein verstärkter Trend zu einer eigenständigen Politik und einer Entkoppe­lung vom bisher alles durchdringenden poli­tischen Einfluss Australiens durchzusetzen. Darüber hinaus zeigen sich Anzeichen einer langsamen Verschiebung der Interessenzo­nen der pazifischen Großmächte USA und VR China, nicht zuletzt eine schleichende Unterwanderung durch die immer stärker werdenden wirtschaftlichen Aktivitäten der Letzteren im südlichen Pazifik. In allen der großen Inselstaaten dieser Regi­on gab es Regierungswechsel. Es begann mit dem Antritt der durch Militärputsch an die Macht gekommenen Interimsregierung in Fidschi, ging weiter mit der Bildung einer neuen Regierung in Papua Neuguinea und endete im Dezember mit der Abwahl der bisher in Australien regierenden Konservati­ven und dem Neubeginn durch ein Labour Kabinett. Der Regierungsumsturz in Fidschi belastete die Beziehungen zu Australien und Neusee­land nicht unerheblich. Aber auch Papua Neuguinea alsFührungsmacht der Süd­pazifikstaaten beginnt vorsichtig, sich den Einflüssen des großen Nachbars zu entzie­hen. Die jÉä~åÉëá~å= péÉ~êÜÉ~Ç= dêçìé, be­stehend aus Papua Neuguinea, Fidschi, den Salomonen, Vanuatu und Neukaledonia, erklärte im März die Absicht, ein gemeinsa­mes Sekretariat in Port Vila zu installieren, das mit Mitteln aus der VR China ausgestat­tet und finanziert wird. Dies geschieht, sieht man von der Erwartung einer Nichtanerken­nung von Taiwan ab, angeblich bislang alles ohne politische Forderungen, Bedingungen oder Einflussnahmen seitens der VR China. Und auch die Salomonen spielten ein biss­chen mit dem Feuer, indem sie Kubas An­gebot zur Entsendung von Doktoren für die lokalen Krankenhäuser annahmen. In den USA, die schon immer den gesamten pazifischen Ozean von ihrer bis zur asiati­schen Küste als ihren Hinterhof und ihre Einflusszone angesehen haben, wird Chinas wachsender Einfluss in dieser Region arg­wöhnisch beobachtet und als eine Art neuer gelber Gefahr gesehen. Da die Vereinigten Staaten aber aufgrund ihres Engagements im Mittleren Osten schon bis an die Grenzen ihrer Kapazitäten engagiert sind, fiel Austra­lien in den letzten Jahren immer mehr die Rolle eines US-Hilfssheriff für den südli­chen Pazifik zu. Unterhalb dieser globalen Sicht konnte Australien aber auch schon mal ungestraft eigene Großmachtgelüste befriedigen. Es agierte häufig nicht nur als der große Bru­der, sondern auch als der Bully von neben­an. Dies war zwar angesichts der politischen Zustände in einigen der Staaten im südpazi­fischen Raum verständlich, aber wenig hilf­1