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Job-Wunder mit Nebenwirkungen : Entwicklungen in der Leiharbeit
Entstehung
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Oktober 2008 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Job-Wunder mit Nebenwirkungen: Entwicklungen in der Leiharbeit Achim Vanselow/Claudia Weinkopf 1 Auf einen Blick Die Zeitarbeit in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Als Trieb­kräfte dieser Zunahme wirken nicht nur konjunkturelle Entwicklungen, sondern auch die Lockerung rechtlicher Regelungen zur Arbeitnehmerüberlassung, veränderte betrieb­liche Einsatzstrategien sowie das Lohngefälle zwischen Leiharbeit und Gesamtwirtschaft. Während die Befürworter den Leiharbeitsboom als Job-Maschine feiern, beklagen Kritiker das Vordringen vonArbeit zweiter Klasse und fordern gesetzliche Nachbesserungen. Der harte Preisdumping-Wettbewerb in der Branche befördert unter den derzeitigen Rahmenbedingungen die Verbreitung von Niedriglöhnen. Die schwache Verankerung von Gewerkschaften und Betriebsräten in der Branche ist einer der Gründe für niedrige Tarifabschlüsse und Defizite bei der Tarifkon­trolle. Auch die neuen EU-Regelungen dürften de facto nichts an der Situation ändern, daher besteht politischer Handlungsbedarf. Zeitarbeit auf dem Vormarsch In keinem anderen größeren europäischen Land hat sich die Zeitarbeit in den letzten Jahren so dyna­misch entwickelt wie in Deutschland. Die Zahl der Zeitarbeitskräfte hat sich allein zwischen 2003 und 2007 mehr als verdoppelt. Der bisherige Höchst­stand wurde nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Oktober 2007 mit über 770.000 erreicht; bis Ende 2007 gab es einen leichten Rückgang auf gut 720.000 Zeitarbeitskräfte bundesweit, was aber vor allem saisonbedingt sein dürfte. Obwohl nach wie vor nur ein geringer Teil der deut­schen Betriebe überhaupt Zeitarbeitskräfte einsetzt (2006: 3%), verbergen sich hinter diesem gesamt­wirtschaftlichen Durchschnitt erheblich höhere Nutzungsanteile, vor allem bei größeren Betrieben: Gut jeder dritte Betrieb mit 50 bis 249 Beschäftigten nutzte Zeitarbeit und bei den Betrieben mit 250 Be­schäftigten oder mehr waren es sogar knapp 45%, und gerade bei größeren Betrieben sind die Anteile der Leiharbeitskräfte an den Belegschaften z.T. deut­lich gestiegen. 2