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Die globale Finanzmarktkrise - kein Fall für Sparpolitik
Entstehung
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Oktober 2008 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Die globale Finanzmarktkrise kein Fall für Sparpolitik Michael Dauderstädt 1 Auf einen Blick Die globale Finanzmarktkrise trifft eine wachsende Weltwirtschaft. Realwirtschaftlich, von Produktion und Bedarf her, spricht wenig gegen weiteres Wachstum. Nur die Kapriolen der Vermögensmärkte gefährden den Wohlstand. Hier muss die Politik eingreifen, um eine Rezession zu vermeiden. Es geht also um mehr als Regulierung. Fundamentale Einkommensungleichgewichte und ordnungspolitische Fehler liegen an der Wurzel der Krise und müssen korrigiert werden. Die Weltwirtschaft kann auf ein gutes Jahrzehnt zurückblicken. Von relativ schwachen Konjunktur­dellen abgesehen, wuchs das globale Bruttoinlands­produkt kontinuierlich. Besonders stark war das Wachstum in China und einigen anderen Entwick­lungsländern. Aber auch in der europäischen Peri­pherie(Mittel- und Osteuropa, Spanien, Irland) wa­ren markante Aufholprozesse zu beobachten. Unter den entwickelten Volkswirtschaften zeichnete sich die USA als Konjunkturlokomotive aus. Zwar zeig­ten sich 2007 erste Abschwächungstendenzen und die Rohstoffpreise stiegen. Aber nicht Notenbanken stoppten ein inflationsverdächtiges Wachstum, son­dern eine Finanzkrise aufgrund massiver Ungleich­gewichte. Mit zwei Ungleichgewichten in die Krise Das erste Ungleichgewicht bestand in der globalen Realwirtschaft zwischen Produktion und Konsum. Länder mit großen Exportüberschüssen(China, Süd­ostasien, Deutschland, Ölexporteure, Russland) ver­brauchen weniger als sie herstellen. Ihnen stehen andere Volkswirtschaften wie die USA oder Spanien gegenüber, die mehr konsumieren oder investieren als sie produzieren und daher Leistungsbilanzdefi­zite aufweisen. Hinter diesen regionalen Ungleich­gewichten verbergen sich Ungleichheiten in der