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Reisen in Bus, Bahn und Flugzeug : ein Fall für die Verkehrspolitik!
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November 2008 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Reisen in Bus, Bahn und Flugzeug ein Fall für die Verbraucherpolitik! Otmar Lell 1 Auf einen Blick Die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs tun sich noch schwer mit der Orientierung am Verbraucherinteresse. Von der Deutschen Bahn ist das bekannt, aber bei vielen Fluggesellschaften sieht die Realität ähnlich aus. Es ist erfreulich, dass die EU im Jahr 2005 die Rechtssituation der Flugreisenden verbessert hat und dass für die Bahnreisenden demnächst ähnliche Verbesserungen anstehen. Damit die Ver­braucher nun unkompliziert und kosten­günstig zu ihrem Recht kommen, sind neutrale Schlichtungsstellen nötig. Diese Schlichtungsstellen stärken Verbraucher­interessen auch institutionell und setzen damit Anreize für eine verbraucher­freundliche Unternehmenspolitik. Öffentlicher Verkehr in der öffentlichen Meinung Die deutschen Verbraucher sind mit den Leistungen der Deutschen Bahn AG unzufrieden. Im Vergleich mit anderen Branchen von der Lebensmittelwirt­schaft bis zu Krankenkassen erzielte die Deutsche Bahn AG die zweitschlechtesten Ergebnisse, knapp nach den Energieversorgern 2 . Die Fluggesellschaften profitieren nach anderen Umfragen 3 noch vom gu­ten Ruf des Flugverkehrs als der Oberklasse der Verkehrsträger. Die Realität entspricht dem inzwi­schen allerdings nicht mehr ohne weiteres: Bei der Schlichtungsstelle Mobilität, die sich um die einver­nehmliche Beilegung von Konflikten der Kunden mit Bahnunternehmen und Fluggesellschaften be­müht, gehen inzwischen erheblich mehr Beschwer­den zum Flugverkehr als zu Bahnreisen ein und das, obwohl das Aufkommen im Flugverkehr we­sentlich geringer ist als im Bahnverkehr. Grund genug, dass sich Fluggesellschaften und Bahnunternehmen intensiver ihrer Kunden anneh­men. Grund genug auch für die Verbraucherpolitik, sich um die rechtlichen Rahmenbedingungen für Verkehrsdienstleistungen zu Lande und in der Luft zu kümmern.