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Eine Wachstumsstrategie für Deutschland
Entstehung
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Dezember 2008 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Eine Wachstumsstrategie für Deutschland Michael Dauderstädt und Michael Fischer 1 Auf einen Blick Angesichts von Finanzmarktkrise und Rezession braucht Deutschland mehr denn je eine kluge Wachstumsstrategie. Um die Wirtschaft nachhaltig wieder in Fahrt zu bringen, müssen nicht nur die Binnennach­frage, sondern auch die Angebotskapazitäten gestärkt werden. Dazu dient am besten ein Programm, wie es im Zukunftsprojekt der Friedrich-Ebert-Stiftung entwickelt wurde: Es verbindet Investitionen in Infrastruktur, Energieeinsparung sowie die Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen mit einem breiten Qualifizierungsprogramm, das sich vor allem auf die bisher vom Bildungs­system benachteiligten Gruppen unserer Gesellschaft konzentriert. Die globale Finanzmarktkrise hat auch in Deutsch­land zu einem wirtschaftlichen Abschwung geführt. Der weltweite Wachstumseinbruch bedroht vor allem die bisher tragende Säule der deutschen Kon­junktur, die Exportnachfrage. Die Prognosen gehen derzeit von einem Rückgang der Ausfuhren aus, der kaum durch einen Anstieg der Binnennachfrage kompensiert wird. Zusätzlich könnten Investitionen unter einer entstehenden Kreditklemme leiden. Im Er­gebnis droht eine längere wirtschaftliche Rezession. Die Politik hat die Gefahr erkannt und rasch mit einem ersten Konjunkturprogramm, einemSchutz­schirm für Arbeitsplätze, reagiert. Zu Recht ist im Zuge der antizyklischen Finanz- und Wirtschafts­politik das Ziel eines schnellen Ausgleichs der öf­fentlichen Haushalte in der Prioritätenskala nach hinten gerutscht. Mit einem Bündel von Entlastun­gen für Bürger und Unternehmen sowie einer Reihe von konjunkturstützenden Maßnahmen hat die Bundesregierung im Herbst 2008 die Stabilisierung der Volkswirtschaft zu einem zentralen Handlungs­feld erhoben. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die staatlichen Maßnahmen in Deutsch­land, Europa und anderen Ländern auf der Welt den globalen Abschwung abfedern können. Dabei ist angesichts des Ausmaßes der Außenhandelsver­flechtung klar, dass alle einzelstaatlichen Nachfra­geimpulse zu verpuffen drohen.