NUKNOKOMMU= Raúls Reformen: Führungswechsel in Kuba Hans Mathieu • Raúl Castro hat die Nachfolge von Fidel als Präsident und Oberkommandierender der Streitkräfte angetreten. Er ist dabei eingebettet in eine 7-köpfige Führungsriege, die Regierung und Partei dominiert. • Erste Reformen konzentrieren sich auf Landwirtschaft und Konsumanreize, greifen Elemente der chinesischen Reformpolitik auf, sind aber vorsichtiger und langsamer. • Die Entschleunigung der Reformen seit dem Spätsommer ist Ergebnis dreier Faktoren: Widerstand der Reformverlierer, Belastung durch Sturmschäden von bis zu 20% des BIP und Bemühungen der Reformer, die Reformverlierer in den Reformprozess einzubinden. • Zum Jahresende stehen mit der Heraufsetzung des Rentenalters und einer Ministerialreform weitere Reformen an, für 2009 ist ein Generationenwechsel in Partei und Regierung angekündigt, der auf dem für Ende 2009 angekündigten Parteitag abgesegnet werden soll. • Kleine Fortschritte in der Menschenrechtssituation dienten der Schaffung von aussenpolitischen Goodwill, insgesamt gibt es aber keine Anzeichen für eine politische Öffnung. • Kuba versucht, schrittweise seine Abhängigkeit von Venezuela zu reduzieren, unter anderem durch stärkere Zusammenarbeit mit Brasilien, stärkere Integration in Lateinamerika und verbesserte Beziehungen mit Russland, Vietnam und China. • Trotz Normalisierung der Beziehungen mit der EU macht Kuba den Abschluss bilateraler Kooperationsverträge mit den EU-Ländern im Rahmen eines Ministerbesuches in Kuba zur Bedingung für die Normalisierung der bilateralen Beziehungen mit den EULändern. 1
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