Druckschrift 
Der russische Bär tanzt Salsa oder Ein Hauch von Kaltem Krieg : wie Russlands Führung seine strategische Kooperation mit Lateinamerika und der Karibik in den Bereichen Rüstung und Energie vorantreibt
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

g~åì~ê=OMMV= Der russische Bär tanzt Salsa oder Ein Hauch von Kaltem Krieg Wie Russlands Führung seine strategische Kooperation mit Lateinamerika und der Karibik in den Bereichen Rüstung und Energie vorantreibt. Claudia Detsch, FES Ecuador Die Beziehungen Russlands zu Lateinamerika haben sich jüngst potenziert. Die Motive für ein verstärktes Engagement der russischen Führung in der Region finden sich nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sie wurzeln auch in geostrategischen Überzeugungen. Über reine Handelsbeziehungen hinaus gewinnt Lateinamerika für russische Investitionen in strategischen Bereichen wie der Ölförderung und –verarbeitung sowie der Energieinfrastruktur an Bedeutung. Adressaten der russischen Offensive sind einerseits die nach eigenem Verständnis sehr linken und US-kritischen Regierungen in der Region, andererseits aber auch die regionalen Schwergewichte Brasilien, Mexiko und Argentinien. Die engsten Beziehungen unterhält die russische Führung mit Venezuela und Kuba. Da sowohl die Europäische Union als auch die USA ihr Interesse an einer wachsenden Kooperation mit Lateinamerika begrenzt halten, bleibt viel Raum für Russlands Avancen. Moskau lockt insbesondere mit verstärkter Zusammenarbeit in den Schlüsselbereichen Energie und Rüstung. Die russische Regierung in Moskau unter Präsident Medwedjew und Ministerpräsident Putin knüpft derzeit in vielerlei Hinsicht an sowjetische Traditionen an. Viele davon werden in Europa aufmerksam verfolgt, einige aber auch kaum wahrgenommen. Zu Letzteren zählt das jüngste Engagement der russischen Führung in Lateinamerika und der Karibik. Die Motive dafür finden sich nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sie wurzeln auch in geostrategischen Überzeugungen. In Lateinamerika gemahnt heute einiges an den Kalten Krieg, strebt Russland doch nichts weniger als den Status eines strategischen Verbündeten an. Die lateinamerikanischen Staaten freuen sich über den Zugewinn an globaler Bedeutung; sie hoffen zudem auf umfangreiche Wirtschafts- und Finanzbeziehungen ebenso wie auf größere Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Diese dagegen reagieren besorgt. Die Beziehungen zwischen Lateinamerika und Russland haben sich jüngst potenziert. Im November 2008 waren mit Präsident Medwedjew und Außenminister Lawrow gleich zwei hochrangige Vertreter der russischen Führung in Lateinamerika auf Staatsbesuch. Medwedjew hatte Ende November am Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation(APEC) teilgenommen, 1