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Großbritanniens Weg aus der Krise : weg von Washington und der Wall Street, hin zu seinen europäischen Verbündeten?
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Blickpunkt Großbritannien Büro London März 2009 Groβbritanniens Weg aus der Krise: Weg von Washington und der Wall Street, hin zu seinen europäischen Verbündeten? Die Finanzkrise hat die britische Wirtschaft stark erschüttert. Gro β britanniens enge Bindungen zur US-amerikanischen Wirtschaft und Börse, ihr enormer Fi­nanzsektor und die relativ isolierte Position innerhalb der EU, sind bedeutende Faktoren, die Gro β britannien zum Verhängnis werden. Es überrascht daher nicht, dass Zweifel an bestehenden Strukturen aufkommen. Könnten ein er­starkter Staat, eine stärkere Integration in die EU und eine schrittweise Abwen­dung vom amerikanischen Wirtschaftsmodell einen Weg aus der Krise darstel­len? Stephen Haseler* Im Januar diesen Jahres erlebte Großbritannien eine plötzliche Verschlechterung seiner wirt­schaftlichen Situation. Das finanzwirtschaftliche Establishment schien die Kontrolle über die Fi­nanzkrise verloren zu haben, und dieser Ver­trauensverlust führte zu einer Abwertung der britischen Währung- sowohl gegenüber dem Dollar als auch gegenüber dem Euro. Im ver­gangenen Jahr hat das britische Pfund in der Tat rund 30% gegenüber dem Dollar, rund 20% gegenüber dem Euro und rund 40% gegenüber dem Yen verloren. Am Monatsende drohte Großbritannien in eine ausgewachsene, alther­kömmliche Währungskrise zu geraten, ähnlich * Stephen Haseler ist der Direktor des Global Poli­cy Institute an der London Metropolitan University. Zudem ist er ein bekannter Autor und Publizist. wie die von 1976, die dem Land einen Besuch des IWF beschert hatte. Dass das britische Pfund auf dem Programm des im Februar ge­planten G7-Treffens an oberster Stelle stehen sollte, hat die düstere Stimmung nur verstärkt. Dieser jüngste Vertrauensverlust beruhte auf der Erkenntnis, dass Premierminister Gordon Browns Rettungspaket für die Banken vom Sep­tember/Oktober letzten Jahres nicht den ge­wünschten Erfolg hatte und dass ein erneuter staatlicher Eingriff zur Rettung der Banken in irgendeiner Form erforderlich war. Die Ankündi­gung eines neuen, staatlichen Absicherungs­plans für die britischen Banken Ende Januar konnte das verlorene Vertrauen jedoch nicht wieder herstellen. Im Gegenteil, durch den am Friedrich-Ebert-Stiftung London Office 66 Great Russell Street London WC1B 3BN Phone:+44(0)20 7025 0990 Fax:+44(0)20 7242 9973 e-mail: info@feslondon.net website: www.feslondon.org.uk