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Südafrika im Spagat zwischen Wirtschaftskrise und Wahlkampf
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Südafrika im Spagat zwischen Wirtschaftskrise und Wahlkampf ^ñÉä=pÅÜãáÇí= Die momentane Situation Nach der langen Boomphase der südafrikanischen Wirtschaft wird nun auch das Land am Kap von den Turbulenzen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise heimgesucht. Exporte, Beschäftigung und Binnennach­frage sind nach mehr als neun Jahren ununter­brochenem Aufschwung zurückgegangen. Wirtschafts­experten gehen davon aus, dass das Bruttosozial­produkt bis zum Jahr 2010 ein Defizit von 3,9% auf­weisen wird. Im April 2009 finden in Südafrika Wahlen statt, und so fällt der Wirtschaftsabschwung mit dem Wahlkampf zusammen. Er zwingt die Parteien, sich klar zu positio­nieren. Erstmals hat der African National Congress (ANC) zudem ernst zu nehmende Konkurrenz von der neu gegründeten Partei Congress of the People(COPE) bekommen. Der südafrikanische Interims-Präsident Kgalema Motlanthe zeigte sich ob der aktuellen Lage besorgt. Der Anstieg der Inflation und die damit verbundene Hausse der Zinsen sowie der relativ schwache Rand ha­ben die südafrikanische Wirtschaft, aber vor allem die Armen der Gesellschaft, unter Druck gesetzt, so der Präsident vor dem Nationalen Wirtschafts- und Arbeits­rat.Erst die steigenden Preise für Nahrungsmittel- und Treibstoff im Frühjahr und schließlich die von den USA ausgehende Finanzkrise sie haben unser Wachstum hart getroffen. Die derzeitige Wirtschaftspolitik sieht er einem ersten echten Test ausgesetzt.Die Zeiten haben sich dramatisch geändert, so Motlanthe,und die größten Herausforderungen für die kommende Re­gierung bleiben mehr Gerechtigkeit, soziale Mobilität und Entwicklung. Das südafrikanische Bankensystem zeigte sich zu Be­ginn der Krise– vor allem im internationalen Vergleich– robust. Grund hierfür ist, dass die Banken in Südafrika stark reglementiert sind. Der National Credit Regulation ^Åí= schränkt zudem seit dem Jahr 2007 die Konsum­finanzierung über Kreditkarten ein. Nach Aussagen der Manager legen die Banken ihre Gelder hauptsächlich im eigenen Land an, weil so in der Regel höhere Ren­diten erzielt werden. Dennoch wurde der Wirtschaftssektor empfindlich ge­troffen: Der Aktienmarkt brach zu Beginn des Jahres um 30% ein. Der Rand sank auf ein Siebenjahrestief. Ein Absinken der Inflationsrate ist mit den fallenden Rohstoffpreisen in weite Ferne gerückt. Folge des Ver­trauensverlustes in die Währung sind außerdem stei­gende Kreditkosten am internationalen Markt. Auch im Bergbausektor spiegelt sich die Wirtschafts­krise wieder: die verarbeitende Industrie und der Groß­und Einzelhandel sind von einer sinkenden Binnennach­frage betroffen.Nach Auswertung der offiziellen Statistiken befindet sich der Einzelhandel in einer Rezession, so Derek Engelbrecht von Ernst& Young, er verzeichnete bereits seit zwei Quartalen einen Rückgang. Für das Jahr 2009 geht Engelbrecht von einem ähnlichen Trend aus. Auch in anderen Sektoren droht eine hohe Anzahl von Entlassungen. Der größte Platinproduzent des Landes, Lonmin, beabsichtigt 1.500 Stellen in seinen Minen in der Provinz Limpopo abzubauen. Wegen der weltweit sinkenden Nachfrage nach Autos und Luxusschmuck, aber auch dem Preisverfall sei dies unabwendbar, so das Unternehmen. Am sichtbarsten ist die Krise in der Automobilindustrie. Im November letzten Jahres ist die Nachfrage nach Neuwagen um 35 Prozent gesunken, berichtet Brand Pretorius von McCarthy, der größten Autohandelskette Südafrikas,mehr als 100 Niederlassungen mussten schließen, 1.600 Lizenzbetriebe mussten ihre Erwar­tungen zurückschrauben. Dabei hatte die Branche zuletzt Millionen in den Ausbau der Produktions- und Verkaufsstätten investiert. Nun steht sie vor Über­kapazitäten. Allein im letzten halben Jahr hat es 36.500 Entlassungen gegeben. Bei den Banken sieht es ähnlich aus. Der dramatische Rückgang bei Darlehen für Bauherren zwingt auch ABSA und die First National Bank zum Personalabbau. Die Arbeitslosigkeit ist eines des akutesten Probleme