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Weltwirtschaftskrise 2009 : notwendige wirtschaftspolitische Schritte zur Überwindung einer Bilanzrezession
Entstehung
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März 2009 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Weltwirtschaftskrise 2009: Notwendige wirtschaftspolitische Schritte zur Überwindung einer Bilanzrezession Markus Schreyer 1 Auf einen Blick Die internationale Finanzkrise ist auf dem besten Wege, sich zu einer welt­weiten Wirtschaftskrise zu entwickeln. Bei dem sich abzeichnenden schweren Abschwung handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Rezession, sondern um eine Bilanzrezession. In dieser stößt eine expansive Geldpolitik schnell an ihre Grenzen. Nur eine nachhaltige Stabilisie­rung des Finanzsektors durch eine Entlastung der Bankbilanzen von Problemaktiva kann die Krise rasch überwinden. Komplementär dazu bedarf es einer möglichst international abgestimmten expansiven Fiskalpolitik, um den wirtschaftlichen Abschwung­prozess zu durchbrechen. Die internationale Finanzkrise, die mit dem Platzen der Spekulationsblase an den Hypotheken- und Kre­ditmärkten zunächst im Banken- und Finanzsektor zu Liquiditäts- und Solvenzproblemen geführt hat, scheint sich zur schwersten weltweiten Wirtschafts­krise seit der Großen Depression der 1930er Jahre zu entwickeln. Sinkende Vermögenswerte, hohe Ab­schreibungen und Eigenkapitalverluste haben in vielen Volkswirtschaften zu einer restriktiveren Kre­ditvergabe und einem Einbruch der gesamtwirt­schaftlichen Produktion und Güternachfrage ge­führt. Mit dem Wirtschaftsabschwung geht die Gefahr weiterer Kreditausfälle einher, was wiederum negative Rückwirkungen auf die Liquiditäts- und Solvenzsituation des Bankensektors nach sich zie­hen und damit die Kreditversorgung und die Wirt­schaftskrise weiter verschärfen kann. Vor dem Hintergrund der drohenden Abwärtsspirale mit der Gefahr stark steigender Unternehmenspleiten und Arbeitslosenzahlen kann von einer Reinigungskrise keine Rede mehr sein. Dies, aber auch der Rückblick und Vergleich mit früheren, mit Bankenkrisen ein­hergehenden Rezessionen zeigt, dass ein schnelles, massives und koordiniertes Handeln der Wirt­schaftspolitik in allen Ländern notwendig ist, um die Dauer der Finanz- und Wirtschaftskrise mög­lichst kurz zu halten und einen Absturz in die Depression und Deflation zu verhindern. 2