Kampf an allen Fronten: Kann Barack Obama gewinnen? Barack Obama scheint einfach nicht gewinnen zu können. Als er im Januar zum Podium des Kapitols schritt, um seinen Amtseid abzulegen, befürchteten seine Kritiker bereits, dass er nicht genug würde leisten können, um die unzähligen Probleme der US-amerikanischen Nation und der Welt zu lösen: die Wirtschaft, globale Sicherheit, Umwelt sowie die Reform des US-amerikanischen Gesundheits- und Bildungssystems.„So groß das[Konjunktur-] Programm auch sein mag“, schrieb die New York Times am 19. Januar 2009,„einige progressive wie konservative Ökonomen befürchten, dass es nicht reichen wird.“ Doch kaum einen Monat später – als Obama bewiesen hat, dass er den Mut besitzt, an allen Fronten gleichzeitig zu kämpfen – begannen die Kritiker sich Sorgen zu machen, dass er sich zu viel vornimmt.„Obama denkt offenbar, dass dieses Land für einen Wandel von gewaltigem Ausmaß bereit ist“, schrieb Dan Balz von der Washington Post.„Wenn er diesen Moment falsch einschätzt, könnte er dafür einen hohen Preis bezahlen. Der Präsident hat seinen Skeptikern bewiesen, dass sie falsch lagen, doch wie der neue Haushalt zeigt, hat sich Obama Ziele gesteckt, die höher liegen als je zuvor.“ Anfang März warnte Bill Gaston von der Brookings Institution davor, dass ein überlasteter Obama das gleiche Schicksal wie Jimmy Carter teilen könnte, dessen Präsidentschaft einhellig als erfolglos eingeschätzt wird:„Es wird Zeit, dass Präsident Obama seine beachtlichen Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten auf die Finanzkrise konzentriert...Wenn er dies nicht tut, könnte er dort landen, wo bereits vor drei Jahrzehnten ein anderer hochintelligenter, selbstdisziplinierter und aufrichtiger Präsident endete.“ Es gibt klare Risiken, wenn man versucht, zuviel auf einmal zu machen. Kompromisse müssen eingegangen werden, und die falschen können zum Untergang von entscheidenden Gesetzesinitiativen führen. Unpopuläre Maßnahmen werden Obamas politisches Kapital verringern, was ihm später die Durchsetzung anderer Entscheidungen erschweren wird. Und natürlich liefert allein die Tatsache, dass ein liberaler Präsident eine aktive Regierung führt, genug Munition für die konservativen Kritiker, welche nun Obama beschuldigen, er habe sein Versprechen der Überparteilichkeit gebrochen.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten