gìåá=OMMV= Die neue alte Distanz? Wahlen in Mexiko als Spiegel der Krisen Dr. Svenja Blanke, FES Mexiko • Am 5. Juli 2009 finden in Mexiko die Wahlen zum nationalen Abgeordnetenhaus statt. Darüber hinaus werden Gouverneursposten in den Bundesstaaten sowie viele Bürgermeisterämter neu besetzt. • Die Möglichkeit der direkten Wiederwahl eines Repräsentanten gibt es nicht. Selbst wenn es sie gäbe, sähe die politische Stimmung im Land vermutlich nicht besser aus. Denn die Distanz zwischen traditioneller Parteipolitik und den Wählern und Wählerinnen scheint sich zu vergrößern. • Von der Rezession, den brutalen Verbrechen der organisierten Drogenkriminalität und zuletzt der Schweinegrippe arg gebeutelt, sehnen sich die mexikanischen Bürger nach einem Hoffnungsschimmer. Die Hoffnung scheint sich an eine kleine Protestbewegung zu klammern, die dazu aufruft, am Wahlsonntag eine Nullstimme abzugeben. Aufgebrachte Bürger, unter ihnen Jugendliche und unzufriedene Kommentatoren, die„vom System die Nase voll haben“, treffen sich in Blogs im Internet, um ihrem Unmut, ihrer Frustration und ihrer Ablehnung gegenüber der aktuellen politischen Klasse Ausdruck zu verleihen. Vertreter der Bewegung„Gobierno de Segunda Generación“ hoffen, dass durch eine möglichst große Anzahl an Nullstimmen eine politische Botschaft entsteht, die die gewählten Politiker nicht ausblenden können. Die junge Demokratie Mexikos scheint in den Augen dieser Protestbewegung, aber auch nach Meinung der meisten Feuilletons eine Minimaldemokratie zu sein, die bisher nur die Teilnahme weniger und vor allem nur der Parteien und ihrer Vertreter absichert. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Meinung ist José Antonio Crespo, Intellektueller und Wissenschaftler am Centro de Investigación y Docencia Económica(CIDE). Er spricht von der„aktiven oder auch zivilen Stimmenthaltung“, nicht zu verwechseln mit der apathischen Stimmenthaltung. Ganz anderer Meinung ist der ehemalige Präsident des Bundeswahlinstituts, José Woldenberg. Das Scheitern dieser Bewegung sei vorprogrammiert, denn man würde mit dieser Haltung anderen Wählern die Entscheidung über die Zusam1
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