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Europawahl 2009 : Zusammenhänge, Ergebnisse und Folgen
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Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Internationale Politikanalyse Oskar Niedermayer Europawahl 2009 Zusammenhänge, Ergebnisse und Folgen Die Europawahl 2009 bestätigt die wichtigsten Hypothesen der Wahlforschung: Bei Europawahlen ist im Vergleich zu nationalen Parla­mentswahlen(1) mit einer geringeren Wahlbeteiligung und(2) mit ei­nem schlechteren Abschneiden der großen Regierungsparteien zuguns­ten kleiner, neuer, auch extremistischer Parteien zu rechnen. Ein generelles Erstarken rechtsextremer bzw. rechtspopulistischer Parteien kann wie vielfach in den Medien behauptet aber nicht konstatiert werden. Zwar konnten diese Parteien in einigen Ländern Erfolge verbuchen, doch entsenden sie zumeist nicht mehr als 1-2 Ab­geordnete. Gleichzeitig mussten aber bisher im Europaparlament stark vertretene Parteien des rechten Rands große Verluste hinnehmen. Ein Erstarken der Europakritiker kann ebenfalls nicht ohne Einschrän­kungen konstatiert werden. Ihre Fraktion wird wohl ungefähr die glei­che Stärke behalten. Allerdings werden nun möglicherweise die»wei­chen« Euroskeptiker in einer möglichen Konservativen Fraktion zusam­mengefasst und damit schlagkräftiger. Eine Schaffung»neuer Mehrheiten« im Europaparlament hat nicht stattgefunden. Weder das konservative Lager noch die Sozialdemokra­ten in Kooperation mit Grünen und/oder Linke oder in einer Ampelkons­tellation werden über eine absolute Mehrheit verfügen. Der erste Test für mögliche Bündnisse besteht bei den Personalentscheidungen über den Parlaments- und Kommissionspräsidenten Mitte Juli. Sowohl Ab­sprachen zwischen den beiden größten Fraktionen als auch eine mehr­heitsbeschaffende Rolle der liberalen Fraktion erscheinen als möglich. JUNI 2009