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Krisenzeiten : was Schulden vermögen und was Vermögen schulden
Entstehung
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Juli 2009 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Krisenzeiten: Was Schulden vermögen und was Vermögen schulden Michael Dauderstädt 1 Auf einen Blick Die Finanzkrise hat gezeigt, dass ein System mit immer ungleicherer Einkommens- und Vermögensverteilung nicht stabil ist. Die Überwindung muss an dieser Krisenursache ansetzen und sollte nicht das Modell kreditgetriebenen Wachstums an sich untergraben. Die Einkommen der Schuldner müssen wachsen und die Vermögensbesitzer mehr für Konsum oder reale Investitionen ausgeben. Das ist am ehesten in einem erneuten Wachstumsprozess möglich, dessen Ergebnisse aber anders verteilt werden müssen. Dabei sollten weder steigende Preise noch eine stärkere Rolle des Staates bei der Umverteilung tabu sein, denn als Alternative droht eine Spirale sinkender Einkommen und zunehmender Insolvenzen. Im Vorfeld der Finanzkrise stieg in vielen Volkswirt­schaften die Schuldenquote, also der Wert der Schul­den im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt(BIP), in den USA von etwa 150% 1970 auf über 300% 2007 2 . In Deutschland weisen alle inländischen Sek­toren für 2007 Verbindlichkeiten in Höhe von über 800% der verfügbaren Einkommen aus, während der entsprechende Wert für 1997 noch ca. 660% betrug. 3 In der Regel steigen innerhalb eines Landes die Vermögen im Gleichschritt mit den Schulden, soweit nicht gegenüber dem Ausland größere Be­stände an Forderungen oder Verbindlichkeiten auf­gebaut werden. Letztlich ist zwar global die Summe der finanziellen Schulden und Vermögen wieder gleich; aber weltweit haben die Ungleichgewichte in Form von Zahlungsbilanzdefiziten und damit die Forderungsbestände gegenüber anderen Ländern zu­genommen. Das schnelle Wachstum der Schulden und Vermögen weit über das Wachstum des BIP hinaus sahen viele Beobachter als Hauptursache der Krise. Schulden und Vermögen in Deutschland Die meisten Institutionen, Haushalte, Unterneh­men, der Staat usw. verfügen sowohl über Schulden als auch Vermögen. Wenn man sich auf Nettoposi­tionen beschränkt, so sitzen die Gläubiger in den privaten Haushalten, die in Deutschland über ein Nettogeldvermögen von etwa 3 Billionen verfü­gen. Diese Vermögen sind stark in den Händen der reichsten Haushalte konzentriert. 4 Die Schuldner sind