Druckschrift 
Zwischenwahlen in Argentinien : herbe Niederlage für das Regierungslager
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

gìäá=OMMV= Zwischenwahlen in Argentinien: Herbe Niederlage für das Regierungslager Achim Wachendorfer, FES Argentinien Bei den vorgezogenen Zwischenwahlen musste das Regierungslager eine herbe Niederlage einstecken. Landesweit kam die Gruppierung des Präsidentenehepaars auf nur noch 31% und verlor damit die absolute Mehrheit im Abgeordnetenhaus. In beiden Kammern wird sie in Zukunft ihre Macht mit anderen Kräften teilen und Kompromisse eingehen müssen. Besonders überraschend war die Niederlage des früheren Präsidenten Nestor Kirchner, der sich in der Provinz Buenos Aires dem Kandidaten des konservativen Lagers knapp geschlagen geben musste. Auf das Land werden schwierige Zeiten zukommen. Die Regierung ist angeschla­gen, im Peronismus ist ein heftiger Kampf um die Nachfolge der Kirchners an­gebrochen, und die Opposition ist im jetzigen Zustand keine allzu attraktive Alter­native. Nach dem argentinischen Wahlkalender waren für den 30. Oktober 2009 Zwi­schenwahlen vorgesehen, in welchen 50% der Abgeordneten(130 von 260) und ein Drittel der Senatorenmandate (24 von 72), sowie lokale Parlamentssit­ze erneuert werden sollten. Verschiedene Initiativen des Regierungs­lagers führten jedoch dazu, dass der Wahlprozess eine überzogene Aufwer­tung erfuhr, wodurch sich auch die seit dem Agrarkonflikt des Vorjahres ohne­hin angespannte politische Situation ver­schärfte. So hatte die Regierung im März 2009, für alle überraschend, die Vorverlegung der Wahlen auf den 28. Juni angekün­digt und dies von ihrer parlamentari­schen Mehrheit absegnen lassen. Laut der Regierung diente diese Vorverlegung dazu, die Regierungsfähigkeit im Zei­chen der Weltwirtschaftskrise zu erhal­ten. Nach Meinung der Opposition ver­suchte die Regierung jedoch damit, eine absehbare herbe Wahlniederlage im Ok­tober 2009, wenn sich die Wirkungen der Wirtschaftskrise stärker manifestie­ren werden, zu verhindern. Einen Vorteil konnte die Regierung durch diesen Coup bereits im Vorfeld für sich verbu­chen: auch bei einem Verlust der parla­mentarischen Mehrheit konnte sie bis Dezember 2009 mit ihrer bestehenden Mehrheit weiter regieren, da der Wech­1