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Ein Putsch - ist ein Putsch - ist ein Putsch : Hintergründe des gewaltsamen Umsturzes in Honduras
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gìäá=OMMV= Ein Putsch ist ein Putsch ist ein Putsch Hintergründe des gewaltsamen Umsturzes in Honduras Sarah Ganter Die gewaltsame Absetzung des honduranischen Präsidenten durch das Mili­tär entspricht einem Staatsstreich und ist als solcher zu verurteilen. Die eigentlich juristische Auseinandersetzung um die Rechtmäßigkeit eines Referendums verwandelte sich zu einem politischen Konflikt, der in der mili­tärischen Eskalation gipfelte. (Partei-)Politische Interessen und Abhängigkeiten dominieren das Handeln von Akteuren in staatlichen Institutionen, Wirtschaftsunternehmen und den Medien des Landes und haben zu einer Aufweichung der Gewaltenteilung geführt. Der gewaltsame Umsturz hat Honduras international isoliert und die Bevöl­kerung tief gespalten. Die Ereignisse haben fatale Auswirkungen für die Demokratisierungsprozes­se und die wirtschaftliche Entwicklung in Honduras und der Region. In Sachen Staatsstreiche hielt Honduras lange einen traurigen Rekord. Nicht we­niger als 125 Militärputsche erlebte das zentralamerikanische Land in den ersten 150 Jahren nach seiner Unabhängigkeit von der spanischen Krone. Erst 1982 setzte mit der damals geschaffenen Ver­fassung ein Prozess der Stabilisierung und demokratischen Konsolidierung ein. In den letzten drei Jahrzehnten hatte Honduras mit vielen Problemen zu kämp­fen: Armut, organisiertem Verbrechen, Drogenhandel und den verheerenden Auswirkungen des WirbelsturmsMitch im Jahr 1999. Aber die Zeit der gewalt­samen militärischen Umstürze schien ein für allemal der Vergangenheit anzugehö­ren. Bis in den Morgenstunden des 28. Juni 2009 eine Gruppe von Militärs das Haus des gewählten Präsidenten Manuel Zelaya Rosales umstellte, ihn gewaltsam festnahm und noch im Schlafanzug der Luftwaffe übergab, die ihn umgehend nach Costa Rica ausflog. Während die Organisation Amerikani­scher Staaten, die Europäische Union und die Vereinten Nationen unisono den gewaltsamen Staatsstreich verurteilen und die Wiedereinsetzung des rechtmä­ßig gewählten Präsidenten fordern, 1