268 Peter Gohle Rudolf Rothe(1897 – 1969) Rudolf Paul Rothe 1 wurde am 19. September 1897 als Sohn eines Formers in Leipzig geboren. Nach dem Besuch der achtjährigen Volksschule begann er 1911 eine Lehre als Werkzeugschlosser, die Rothe 1914 mit dem Gesellenbrief abschloss. 1915 trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend(SAJ) und dem Deutschen Metallarbeiter Verband (DMV) sowie 1917 der SPD bei. Da er wegen seiner Jugend bei Kriegsbeginn noch nicht der allgemeinen Wehrpflicht unterlag, konnte er einstweilen weiter seinem erlernten Beruf nachgehen, was ihn nach Berlin, Stettin, Hamburg und Kiel führte. Laut eigenen Angaben mit der Einstufung„heeresunsicher“ versehen, wurde er erst im Jahr 1917 zum Kriegsdienst einberufen. Hierbei mag seine offen sozialdemokratische und gewerkschaftliche Gesinnung eine gewisse Rolle gespielt haben. Darüber hinaus ist jedoch eine zeitweilige Rückstellung aufgrund kriegswichtigen Einsatzes in der Rüstungsindustrie – darauf deuten zumindest seine Beschäftigungsstationen hin – wahrscheinlich. Bis November 1918 nahm er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Im Dezember 1918 trat Rothe zur USPD über. Hier war er zunächst Hauskassierer und wurde 1920 zum zweiten Vorsitzenden des Ortsvereins Leipzig-Leutzsch gewählt. Im Zuge der Wiedervereinigung von SPD und(Rest-)USPD 1922 kehrte Rothe zur SPD zurück und avancierte zum Ortsvereinsvorsitzenden. Zwischen 1926 und 1929 besuchte 1 Zur Biographie von Rudolf Rothe vgl.: AdsD, SPD-Parteivorstand, Teilbestände Büro Fritz Heine, Archiv und Bibliothek, Ostbüro; Sammlung Personalia; Mario Bungert,„Zu retten, was sonst unwiederbringlich verloren geht“. Die Archive der deutschen Sozialdemokratie und ihre Geschichte, Bonn 2002; Andreas Malycha, Auf dem Weg zur SED. Die Sozialdemokratie und die Bildung einer Einheitspartei in den Ländern der SBZ. Eine Quellenedition, in: Archiv für Sozialgeschichte, Beiheft 16, Bonn 1995; Susanne Miller, Rudolf Rothe und Paul Mayer zum Gedenken, in: IWK ,7, (1971); Wolfgang Röll, Sozialdemokraten im Konzentrationslager Buchenwald 1937 – 1945, Göttingen 2000; Rüdiger Zimmermann, Das gedruckte Gedächtnis der Arbeiterbewegung bewahren. Die Geschichte der Bibliotheken der deutschen Sozialdemokratie, 3. erw. Aufl. Bonn 2008.
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