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Cory Aquinos (ungewolltes) Vermächtnis : elitäre Demokratie und ein Hauch von Dynastie
Entstehung
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September 2009 Cory Aquinos(ungewolltes) Vermächtnis elitäre Demokratie und ein Hauch von Dynastie Mirko Herberg, FES Manila Der Tod der ehemaligen Präsidentin Cory Aquino bewegte die Bevölkerung der Philippinen zutiefst. Ihr Begräbnis wurde zu einem Megaereignis der Verehrung für die Ikone der Demo­kratie. Hunderttausende Menschen ehrten nicht nur ihre Lebensleistung die Rückkehr der Philip­pinen zur Demokratie sondern sendeten gleichzeitig eine unmissverständliche politische Botschaft an die derzeitige Präsidentin Arroyo: Versuche, über Verfassungsänderungen oder sonstige Manipulationen jenseits der Mitte 2010 endenden Amtszeit an der Macht bleiben zu wollen, würden nicht geduldet. Corys Tod erinnerte die Bevölkerung auch an das uneingelöste Versprechen derEDSA Peo­ple Power Revolution von 1986. Eine grundlegende Verbesserung der ökonomischen und sozialen Situation ist ausgeblieben, vielmehr befindet sich das Land in einer tiefen politischen und moralischen Krise. Das Verlangen nach Wandel fokussiert sich auf die Wahlen im Mai 2010. Während die im Vorfeld sich positionierenden Kandidaten wenig Inspiration verbreiteten, katapultierte Cory Aquinos Tod einen unvermuteten Hoffnungsträger ans Tageslicht ihren einzigen Sohn, Se­nator BenignoNoynoy Aquino III. Cory Aquinos Tod war erwartet worden. Ihr Krebsleiden war seit einem Jahr öffentlich. Als sie Anfang August ins Krankenhaus ein­geliefert wurde, signalisierte ihre Familie, dass die Zeit zum Abschied nehmen gekom­men war. Nicht erwartet wurde jedoch die tiefe und öffentlich zur Schau getragene An­teilnahme der philippinischen Bevölkerung an ihrem Sterben. Hunderttausende Men­schen aus allen sozialen Schichten warteten geduldig über Stunden hinweg, um in der Kathedrale von Manila von ihr Abschied nehmen zu können. Selbst ihre Erzrivalen, die Familie des Diktators Marcos, der für die jahrelange Inhaftierung und Ermordung ihres Ehemannes Ninoy Aquino verantwortlich war, kamen zur Totenwache. Die Prozession von der Kathedrale zur Begräbnisstätte geriet zu einer stillen, emotionalen Huldigung einer nationalen Ikone. Manila trug gelb, die Farbe ihrer politischen Bewegung, und nicht nur der Himmel weinte. Lebensleistung und politisches Erbe Auf diese Weise würdigten Filipinos und Fili­pinas die Lebensleistung einer Frau, die nie in die Politik wollte. Die Hausfrau Cory über­nahm nach der Ermordung des Oppositions­führers Ninoy Aquino im Jahre 1983 politische Verantwortung, vereinte die Opposition ge­gen die Marcos-Diktatur und führte sie schließlich zur gewaltfreienEDSA People Power Revolution in 1986. Cory Aquino ist schlichtweg das Symbol für die Wiederherstel­lung und Verteidigung der philippinischen Demokratie, liberaler Freiheiten sowie der Menschen- und Bürgerrechte. Aber nicht nur ihr Mut, in kritischen Zeiten unter persönli­chem Risiko die Führung übernommen zu