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Die Ukraine hat gewählt : mehr Stabilität und Reformen mit Janukowytsch?
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Die Ukraine hat gewählt Mehr Stabilität und Reformen mit Janukowytsch? Ursula Koch-Laugwitz, Vasyl Andrijko und Taras Mykhalniuk FES-Regionalbüro Ukraine& Belarus Was sich nach der Auszählung der Stim­men der ersten Runde der ukrainischen Präsidentenwahl am 17. Januar 2010 be­reits abzeichnete, ist am 7. Februar Reali­tät geworden. Die ukrainischen Wähler, des Dauerstreits im orangenen Lager langsam aber sicher überdrüssig geworden und von der globa­len Wirtschafts- und Finanzkrise zusätz­lich so schwer gebeutelt wie kaum ein an­deres europäisches Land, haben mehr­heitlich den Wechsel gewählt. Viktor Janukowytsch, Kandidat der Partei der Regionen(PdR), der den schon sicher geglaubten Wahlsieg bei der Präsidenten­wahl 2004 wegen des großen Wahlbe­trugs seiner Partei nach massiven Protes­ten der Bevölkerung wieder abgeben musste, feierte ein umstrittenes politi­sches Comeback und ließ seine Gegen­kandidatin, die amtierende Ministerpräsi­dentin Julia Tymoschenko knapp hinter sich. Gestern Wahlmanipulator- morgen Staatsoberhaupt? In der Zeit zwischen den beiden Wählgän­gen ist Janukowytsch den Ratschlägen seiner Berater gefolgt, hat schlimme Pat­zer und frühere Ausfälligkeiten weitge­hend vermieden und ließ sich auch vom Gespött in den Feuilletons über seine Bil­dungsdefizite nicht irritieren. Zum großen Fernsehduell gegen dieJean dArc der Orangenen Revolution trat er gar nicht erst an und hatte in Abwesenheit auch noch Glück. Tymoschenko wirkte fahrig, überaus aggressiv und nervös. Eine cha­rismatische Politikerin tritt anders auf. In den drei Wochen vor der Stichwahl er­weckte die Partei der Regionen jederzeit den Eindruck, die Kampagne von Anfang an sorgfältig bis zum 7. Februar geplant zu haben, inhaltlich möglichst pragmatisch und wenig angreifbar zu bleiben und sich so vom Wählerwunsch nach einem Ende des politischen Dauerzwists ins lang er­sehnte Amt tragen zu lassen. Warum Tymoschenko scheiterte Als seit zwei Jahren amtierende Minister­präsidentin wurde Tymoschenko vom Wähler nicht nur für die politische Dauer­krise verantwortlich gemacht, sondern auch für die Folgen der Finanzkrise. Der theoretische Amtsbonus wurde für sie zum Malus, obwohl keine andere politi­sche Kraft in der Ukraine eine konsistente Alternative zur Überwindung der Krisenfol­gen mit Aussicht auf eine parlamentari­sche Mehrheit vorlegte und das Regie­rungshandeln im letzten Jahr unter den gegebenen Konstellationen somit nahezu alternativlos schien. Als Ministerpräsidentin konnte Tymo­schenko ihre stärkste Rolle, d.h. die kom­promisslose Kämpferin für alle Benachtei­ligten, in diesem Wahlkampf nie ausspie­len. Nachdem sie in der ersten Wahlrunde deutlich besser als erwartet abgeschnitten 1