PERSPEKTIVE Präsidentschaftswahlen in Polen Viele Gewinner aber kein klarer Sieger Knut Dethlefsen Juni 2010 n Nach dem ersten Wahlgang steht bei den polnischen Präsidentschaftswahlen noch kein endgültiger Sieger fest. Stattdessen kann jeder der drei wichtigsten Kandidaten einen Erfolg verkünden. Der Liberale Bronisław Komorowski, weil er die meisten Stimmen erzielt hat. Der nationalkonservative Jarosław Kaczyn ´ ski und der sozialdemokratische Grzegorz Napieralski, weil sie weitaus besser abgeschnitten haben als zuvor prognostiziert wurde. n Bei den 14 Prozent der Stimmen für den SLD-Kandidaten Napieralski handelte es sich in erster Linie um eine Persönlichkeitswahl. Im Vergleich zum farblosen POPolitiker Komorowski und zum konservativen PiS-Vorsitzenden Kaczyn ´ ski wurde Napieralski insbesondere von Jungwählern als moderne und aufgeklärte Alternative wahrgenommen. n Entscheidend für die Zukunft der polnischen Linken ist, was Napieralski aus seinen Zugewinnen macht. Um die neugewonnenen Wähler dauerhaft zu binden, wird er zukünftig detailliertere inhaltliche Angebote machen müssen. Auch sollte er seine neue Stärke dazu nutzen, die desintegrierte Linke wieder zusammenzuführen. n Jarosław Kaczyn ´ ski kann dem zweiten Wahlgang gelassen entgegenblicken, da er durch seine Aufholjagd gegenüber Komorowski bereits jetzt einen Achtungserfolg erzielt hat. Von Komorowski trennten ihn im ersten Wahlgang nur 4,5 Prozent der Stimmen. Entscheidend wird in der zweiten Runde nun sein, welcher Kandidat am erfolgreichsten seine Wähler mobilisiert.
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Präsidentschaftswahlen in Polen : viele Gewinner aber kein klarer Sieger
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