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Auf der Suche nach sich selbst : die USA vor den Kongresswahlen 2010
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Auf der Suche nach sich selbst Die USA vor den Kongresswahlen 2010 PIA BUNGARTEN Oktober 2010 Nach der Aufbruchstimmung von Anfang 2009 finden die Kongresswahlen im November 2010 in einer Atmosphäre großer Verunsicherung und Desorientierung statt angesichts vieler als existenziell und ungelöst empfundener Probleme. Amerika steht vor der Aufgabe, die eigene schwierige Position zwischen absoluter (Vor)Macht und relativem Machtverlust zu managen: Die USA sind nach wie vor die stärkste Militär- und Wirtschaftsmacht. Aber die USA haben Einfluss eingebüßt und verlieren gegenüber den aufstrebenden Staaten mit höherem Wirtschaftswachstum an Gewicht. Mitten in der erbittert geführten inneramerikanischen Debatte bemüht sich Präsident Obama um einen außenpolitischen Neuansatz, der den neuen Bedingungen des 21. Jahrhunderts unsentimental Rechnung trägt, ohne den Führungsanspruch der US-Politik aufzugeben. Obamas konservative Antagonisten sehen seine Politik jeodch nicht als kluge Reaktion auf Machtverlust, sondern als Ursache dafür. Die«Große Rezession» hat den USA einen traumatischen Einbruch beschert, der Arbeitsplätze, Wohlstand und Hoffnungen zerstört und strukturelle Probleme offenbart hat. Die Durchsetzung zentraler Reformvorhaben im Gesundheitswesen und Finanzsektor belegen Amerikas Reformbereitschaft und-fähigkeit. Doch das Land schwankt zwischen Aufbruch und manchmal fast verzweifelt anmutenden Bemühungen um das Bewahren des Status quo.